Am 6. Mai 2026 feiert der renommierte Bildungsexperte und Gründungsrektor der FernUniversität in Hagen, Prof. Otto Peters, seinen 100. Geburtstag. Er lebt in Hagen, nahe der Universität, die er maßgeblich geprägt hat. Unter seiner Federführung wurde die Fernuniversität zur einzigen staatlichen Fernuniversität im deutschsprachigen Raum und ist bis heute ein Beispiel für innovative Bildungsansätze.
Otto Peters gilt als einer der bedeutendsten Theoretiker des Fernstudiums und als akademischer Architekt dieser Institution. Die Gründung der FernUniversität war ein visionäres Projekt, das auf Initiative von Wissenschaftsminister Johannes Rau ins Leben gerufen wurde. Ziel war, den Zugang zur akademischen Bildung für Menschen unabhängig von ihren Lebensumständen zu schaffen.
Der Weg zur FernUniversität
Als Peters 1975 die Aufgabe übernahm, die Idee der Fernuniversität in ein konkretes akademisches Konzept zu verwandeln, standen ihm zahlreiche Herausforderungen bevor. Er musste sowohl Professor:innen als auch Mitarbeitende von der Brillanz und Notwendigkeit dieses Bildungsmodells überzeugen. Peters setzte sich früh für die Erwachsenenbildung ein, basierend auf persönlichen Erfahrungen und seiner eigenen Bildungsreise.
Mit seiner Vision wurden zentrale Institutionen wie ein Rechenzentrum und eine Universitätsbibliothek etabliert, die heute als Kernstücke des akademischen Lebens an der FernUniversität gelten. Unter seiner Leitung wuchs die Institution bis 1984 auf sechs Fachbereiche und etablierte sich fest in der deutschen Wissenschaftslandschaft.
Theoretische Grundlagen
Otto Peters wird zusammen mit Börje Holmberg oft als „Vater der Fernstudienforschung“ bezeichnet. Bereits 1964 begann er mit der Fernunterrichtsforschung und prägte den Begriff „distance education“. Diese Theorie interpretierte er in seiner Monografie „Distance education and industrial production: a comparative interpretation in outline“ (1967), in der er die Fernbildung als die industrialisierteste Form des Lehrens und Lernens beschrieb.
Mit dem Einsatz betriebswirtschaftlicher Begriffe wie Arbeitsteilung und Massenproduktion verdeutlichte Peters, wie das Fernstudium strukturierte und organisierte Lehrformen annehmen kann. Seine Meinung, dass die Digitalisierung neue Herausforderungen und Chancen für die Fernbildung bietet, bleibt auch heute relevant. Peters betont die Notwendigkeit persönlicher Interaktionen und plant möglicherweise ein neues Forschungsprojekt nach seinem 100. Geburtstag.
Würdigung und Einfluss
Otto Peters‘ Einfluss auf die Hochschule und die Bildungslandschaft kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Bis zu seinem 100. Geburtstag erhielt er zahlreiche Ehrungen, darunter mehrere Ehrendoktorwürden sowie die Ehrennadel der Stadt Hagen im Jahr 2018. Er besuchte bis 2024 regelmäßig den Campus und betonte stets die Wichtigkeit der Kooperation mit der Stadtgesellschaft.
Sein Beitrag zur internationalen Forschung belegt seine Vorreiterrolle: Peters war von 1969 bis 1974 in verschiedenen Ländern tätig, um die Unterschiede und Entwicklungen der Fernbildung zu analysieren. Auch im Ruhestand bleibt er aktiv und veröffentlicht weiterhin über die Herausforderungen und Trends in der Fernbildung. Nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern weltweit wird ihm mit Respekt begegnet.
Am heutigen Tag, der gleichzeitig mit dem 20. Todestag von Johannes Rau zusammenfällt, ehren Rektor Prof. Stefan Stürmer und Prof. Robert Gaschler die wegweisende Rolle, die Peters in der Hochschulbildung gespielt hat. Sein Lebenswerk beeinflusst auch weiterhin die Entwicklung neuer Bildungsansätze und -technologien.
Otto Peters, geboren am 6. Mai 1926 in Berlin, absolvierte seine Schulbildung in den 1930er Jahren und schloss schließlich 1960 an der Freien Universität Berlin sein Studium ab. Er wurde 1975 Professor für Pädagogik und noch heute gilt er als eine Schlüsselfigur im Bereich der Fernbildung, dessen Theorien und Konzepte weiterhin von Bedeutung sind.
FernUniversität Hagen berichtet über die beeindruckende Lebensleistung von Otto Peters.
Wikipedia gibt weitere Einblicke in seine umfangreiche akademische Laufbahn und seine bedeutenden Beiträge zur Fernbildung.