Am 23. Mai 2026 feiert das Grundgesetz seinen 77. Geburtstag. Zu diesem Anlass hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier einen bundesweiten Mitmachtag ausgerufen. Der Aktionszeitraum erstreckt sich vom 16. bis 31. Mai 2026 und viele Initiativen, Vereine, Organisationen sowie Bildungseinrichtungen organisieren verschiedene Veranstaltungen, um das Bewusstsein und die Teilhabe an der Demokratie zu fördern. Die Universität Witten/Herdecke beteiligt sich mit einer öffentlichen Veranstaltungsreihe des WittenLab, die speziell Themenschwerpunkte wie Demokratie, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt behandelt.
Das Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist es, Menschen ins Gespräch zu bringen und die demokratische Teilhabe erfahrbar zu machen. Geplant sind verschiedene Formate, darunter Lesungen, Diskussionen, Mitmachangebote und ein Konzert. Konkrete Veranstaltungen sind bereits terminiert:
- 18. Mai, 17 Uhr: Lesung „Die Frage, die ich nie gestellt habe – 33 stille Gedanken“ mit Koudjo Johnson, UW/H, Holzgebäude, Raum E. 025 a/b.
- 23. Mai, 14 bis 18 Uhr: Strickcafé in Kooperation mit „Zeit für Solidarität e. V.“, UW/H, Holzgebäude, Raum E. 025 a/b.
- 26. Mai, 12 bis 13 Uhr: „Feldzeit“ – Landwirtschaft erleben auf dem uni-eigenen Acker, UW/H, Feld am Christopherus-Hof.
- 28. Mai, 18 bis 20 Uhr: Vortrag „Das Grundgesetz und die Grenzen der Gerechtigkeit“ mit Prof. Dr. Claus Volkenandt und Prof. Dr. Nils-Christian Bormann, UW/H, Holzgebäude, Raum E. 025 a/b.
- 31. Mai, 17 Uhr: Symphoniekonzert „KlangBilder“ des jungen orchesters NRW unter Leitung von Ingo Ernst Reihl, UW/H, Hauptgebäude, Große Halle.
Hintergrund des Grundgesetzes
Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland wurde am 23. Mai 1949 verkündet. Es ist das Resultat des Wunsches nach einer stabilen, demokratischen Verfassung nach den Erfahrungen von Diktatur und Krieg. Die Bundeszentrale für politische Bildung merkt an, dass das Grundgesetz auf einem breiten Konsens beruht und mehr Zustimmung als frühere Verfassungen erfahren hat. Es definiert die Bundesrepublik Deutschland als einen demokratischen und sozialen Bundesstaat und legt grundlegende Prinzipien wie Menschenrechte, Volkssouveränität und Gewaltenteilung fest.
Artikel 1, der die Grundrechte als unmittelbar geltendes Recht erklärt, und Artikel 20, der die staatsrechtliche Struktur beschreibt, gehören zu den zentralen Bestandteilen des Grundgesetzes. Eine Änderung dieser fundamentalen Artikel erfordert eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag sowie im Bundesrat. Tatsächlich gab es bis 2008 bereits 52 Änderungen des Grundgesetzes, die unter anderem wichtige Bereiche wie das Asylrecht und die Gleichberechtigung von Männern und Frauen betreffen.
Die Weimarer Verfassung, die erste demokratische Verfassung Deutschlands, war gescheitert, und das Grundgesetz wurde in einem geteilten Deutschland unter dem Druck der damaligen politischen Gegebenheiten entwickelt. Dies führt zu der bedeutenden historischen Kulmination am 3. Oktober 1990, als die DDR der Bundesrepublik Deutschland beitrat und den Auftrag zur Vollendung der Einheit und Freiheit in der Präambel des Grundgesetzes erfüllte.
Am Ende des Monats wird das Grundgesetz nicht nur gefeiert, sondern auch untersucht und reflektiert, was es für die Bürger bedeutet. Eine lebendige Demokratie erfordert ständige Auseinandersetzung und aktive Teilhabe. Die bevorstehenden Veranstaltungen in Witten bieten die Möglichkeit dazu.