App gegen Erbkrebs: GenE³ hilft Frauen bei schwierigen Entscheidungen!
Die Entstehung von Krebs ist oft ein schleichender Prozess, der nicht nur das betroffene Individuum, sondern auch die gesamte Familie betreffen kann. Ein neuer Ansatz zur Unterstützung von Frauen mit genetisch bedingtem Brust- und Eierstockkrebs könnte nun per App verwirklicht werden. MHH-Forschende haben die GenE³-App entwickelt, die darauf abzielt, Patientinnen bei der Bewältigung komplexer Informationen zu unterstützen.
Jeder Mensch hat in Deutschland Anspruch auf genetische Beratung, insbesondere bei Verdacht auf familiäre Krebsprädisposition. Etwa 5-10 % der Brustkrebserkrankungen und bis zu 25 % der Eierstockkrebserkrankungen sind erblich bedingt. Frauen, die tragische familiäre Vorbelastungen erfahren haben, müssen oft viele Informationen verarbeiten. Auf diese Herausforderung reagieren die Forscherinnen und Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover mit einer innovativen digitalen Lösung, die darauf abzielt, die Gesundheitskompetenz der Patientinnen zu stärken.
Die GenE³-App im Detail
Die GenE³-App, die genetische Erkrankungen einfach erklärt, fungiert als digitaler Assistent. Sie bietet Informationen, die auf die Lebenssituation der Nutzerinnen abgestimmt sind. Die App ist ein Angebot zur persönlichen Unterstützung und soll dabei helfen, die Inhalte der genetischen Beratung klarer und verständlicher zu machen. Dies ist besonders wichtig, da viele Frauen nach einer solchen Beratung oft überfordert sind und häufig das Internet nach Antworten durchforsten.
In der bevorstehenden zweijährigen Studie sollen 240 Patientinnen untersucht werden. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt die Forschungsarbeit mit etwa 290.000 Euro. Die Studie beginnt im September 2026 und wird die Wirksamkeit der App überprüfen. Diese App wird nicht nur Informationen bereitstellen, sondern auch emotionale und mentale Belastungen erfassen, die häufig mit der Diagnose eines Krebsrisikos verbunden sind.
Genetische Beratung als Schlüssel
Für eine effektive genetische Beratung ist es wichtig, gut vorbereitet zu sein. Dazu sind spezifische Informationen über familiäre Krebserkrankungen erforderlich, wie etwa, wer in der Familie an Krebs erkrankt ist, welche Krebsart vorlag, und das Alter bei erstmaligem Auftreten der Erkrankung. Solche Informationen helfen den Fachleuten, das Risiko besser einzuschätzen und gezielte Empfehlungen auszusprechen. Die Index-Testung, bei der die Untersuchung zuerst an der am jüngsten erkrankten Person durchgeführt werden sollte, hat dabei die höchste Aussagekraft.
Die häufigsten genetischen Mutationen, die mit einem erhöhten Risiko für Brust- und Eierstockkrebs in Verbindung stehen, sind Veränderungen in den Genen BRCA1 und BRCA2. Frauen mit einer Mutation in einem dieser Gene haben ein signifikant höheres Risiko, an Krebs zu erkranken, als die Allgemeinbevölkerung. Zum Beispiel erkranken 70 % der Frauen mit BRCA1- oder BRCA2-Veränderung an Brustkrebs – ein enormer Unterschied zu den 13 % ohne diese Veränderungen.
Die GenE³-App ist also ein weiterer Schritt in die richtige Richtung, um die Gesundheitskompetenz zu erhöhen und das Bewusstsein für das Krebsrisiko in betroffenen Familien zu schärfen. Sollte die Studie die Wirksamkeit der App bestätigen, könnte sie auch auf andere Erkrankungen ausgeweitet werden.
Wie geht es weiter mit dieser vielversprechenden Entwicklung? Die Forschung bleibt aktiv, und es gibt die Hoffnung, dass digitale Lösungen wie die GenE³-App einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung von Krebspatientinnen leisten können.
Für detaillierte Informationen zur genetischen Beratung und den notwendigen Vorbereitungen besuchen Sie die Seiten der Universitätsmedizin Mainz oder des Krebsinformationsdienstes.
Die Entwicklung und das Potenzial digitaler Gesundheitsanwendungen werden weiterhin genau verfolgt, um betroffenen Patientinnen bestmöglich beizustehen und informierte Entscheidungen zu ermöglichen.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Seite der Medizinischen Hochschule Hannover.
