Am 24. April 2026 fand an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) eine Vorlesung über Organspende und Transplantation statt. Diese Veranstaltung, die nicht als eigenständiges Modul im Medizinstudium angeboten wird, zielte darauf ab, das Bewusstsein für die Bedeutung der Organspende zu schärfen und eine offene Diskussion über das Thema anzuregen. Die Vorlesung wurde von MHH-Studiendekan Prof. Dr. Christian Mühlfeld moderiert.
Im Rahmen der Veranstaltung berichteten Medizinstudentinnen, India Heilmann und Lina Rosenboom, von ihren persönlichen Erfahrungen mit Transplantationen. Ihre Geschichten verdeutlichten die Dringlichkeit und die emotionalen Aspekte der Organspende. India Heilmann, die seit fünf Jahren auf eine Spenderlunge wartet, leidet am COPA-Syndrom. Sie ist auf Flüssigsauerstoff und einen mobilen Sauerstofftank angewiesen, um ihren Alltag zu bewältigen.
Persönliche Geschichten und Fachliche Expertise
Lina Rosenboom, die bereits zwei Lebertransplantationen hinter sich hat – die erste im Alter von drei Jahren –, engagiert sich aktiv im Verein Transplant-Kids e.V. und setzt sich für andere betroffene Kinder ein. Diese persönlichen Erlebnisse verdeutlichten den anwesenden Studierenden die oft lebensentscheidenden Konsequenzen, die mit Transplantationen verbunden sind.
Zusätzlich nahm Malte Storsberg, der bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation arbeitet, an der Podiumsdiskussion teil. Er sprach über die Herausforderungen der Organspende und die Notwendigkeit einer besseren Aufklärung in der Gesellschaft. Prof. Dr. Frank Lammert, Vizepräsident der MHH, betonte die Komplexität der Transplantationsmedizin und wies auf die Risiken hin, die für Transplantierte bestehen.
Ein Aufruf zur Handlung
Professor Lammert richtete einen eindringlichen Appell an die Medizinstudierenden, sich im Online-Register zur Organspende einzutragen. Durch diese einfache Maßnahme könnten viele Menschenleben gerettet werden. Es ist wichtig, dass zukünftige Ärzte die Bedeutung der Organspende im Rahmen ihres medizinischen Wissens verankern.
Die Vorlesung an der MHH stellt einen wichtigen Schritt in der Sensibilisierung für das Thema Organspende dar. Diese Veranstaltung kombiniert persönliche Geschichten mit fachlicher Diskussion und bietet den Studierenden eine wertvolle Gelegenheit, sich mit einer der bedeutendsten Herausforderungen im Gesundheitswesen auseinanderzusetzen. Der Austausch von Erfahrungen und Fachwissen wird dazu beitragen, das Verständnis und die Akzeptanz für Organspende zu fördern, was letztlich vielen Patienten zugutekommt.