Berlins Wirtschaft wächst stärker als die Wirtschaft der meisten anderen Bundesländer. Gleichzeitig wird die finanzielle Lage im Landeshaushalt angespannter. Dieser Gegensatz stand heute, am 13.10.2026, im Mittelpunkt der Vorstellung der Finanzplanung bis 2030.

Finanzsenator Stefan Evers (CDU) stellte die Pläne vor und machte dabei deutlich: Nach seiner Einschätzung ist ein harter Sparkurs notwendig. Berlin müsse deutlich sparen. Welche Bereiche von den Einsparungen betroffen sein werden, soll allerdings die nächste Landesregierung entscheiden.

Streit über den künftigen Kurs

Als Gesprächsgast war Tobias Schulze von der Linken eingeladen. Die Debatte über die Finanzplanung dürfte damit auch eine politische Frage sein: Wo soll gekürzt werden, wenn die Einnahmen nicht mit den wachsenden Aufgaben Schritt halten? Und welche Vorhaben müssen trotzdem weiterlaufen?

Für viele Studierende und Beschäftigte an der TU Berlin klingt das zunächst ziemlich trocken. Im Alltag hängen daran aber ganz konkrete Dinge: Schulen, öffentlicher Nahverkehr, öffentliche Gebäude oder kulturelle Einrichtungen. Haushaltszahlen sind eben nicht nur Tabellenkolonnen.

46 Milliarden Euro für Berlin

Der Berliner Verwaltung stehen pro Jahr rund 46 Milliarden Euro zur Verfügung, um gesetzliche Vorgaben und politische Ziele umzusetzen. Eine Webseite stellt die geplanten Einnahmen und Ausgaben des Landes Berlin für den Doppelhaushalt 2026/27 dar. Die Anwendung ist als Open-Source-Projekt zur Weiterentwicklung verfügbar.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Zu den laufenden Ausgaben gehören unter anderem die Gehälter für Lehrkräfte, der Betrieb öffentlicher Gebäude, die Förderung kultureller Einrichtungen und die Beleuchtung des Straßenraums. Langfristig investiert das Land beispielsweise in Schulen, den öffentlichen Nahverkehr sowie Parks und Erholungsflächen. Gerade dort wird sichtbar, warum Einsparungen politisch schnell kompliziert werden.

Die Ausgaben sind in neun bundesweit einheitliche Hauptfunktionsbereiche gegliedert. In der Anwendung werden sie in einer hierarchischen „Tree Map“ dargestellt. Einnahmen und Ausgaben sind zusätzlich den Hauptverwaltungen und Bezirken zugeordnet; die Beträge werden getrennt für die einzelnen Haushaltsjahre ausgewiesen.

Vom Entwurf zum Haushaltsgesetz

Berlin muss in einem Haushaltsplan alle voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben eines Jahres ausweisen. Der Senat erstellt für jedes Jahr einen Haushaltsplanentwurf einschließlich der Einzelhaushalte der Verwaltungen und legt ihn dem Abgeordnetenhaus vor. Die Abgeordneten können Änderungen beschließen. Nach Abschluss der Beratungen verabschiedet das Abgeordnetenhaus das Haushaltsgesetz.

Wer sich durch die Zahlen arbeitet, kann über die Visualisierung verschiedene Darstellungsformen und Haushaltsjahre detailliert erkunden. Die detaillierteste Ebene des Haushaltsplans bilden die Einnahme- und Ausgabetitel. Diese Titel lassen sich filtern oder über eine Suchfunktion gezielt finden. Das ist weniger spektakulär als eine politische Debatte, aber manchmal genau der Punkt, an dem sichtbar wird, wohin das Geld tatsächlich fließt.

Die Finanzplanung bis 2030 wird damit nicht bloß eine Frage großer Linien bleiben. Hinter jedem Posten stehen laufende Kosten, langfristige Investitionen und Entscheidungen des Abgeordnetenhauses – und am Ende Bereiche, in denen die nächste Landesregierung Prioritäten setzen muss.