Am 9. Juni 2026 wird Detlev Riesner, ein herausragender Biophysiker und emeritierter Lehrstuhlinhaber, 85 Jahre alt. Bekannt für seine bedeutenden wissenschaftlichen Beiträge und sein Engagement in der Unternehmensgründungskultur, hat Riesner während seiner langen Karriere maßgeblichen Einfluss auf die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) ausgeübt. Laut der HHU hat er sich insbesondere für die Förderung von Technologietransfer und die Unterstützung von Start-ups in der Region eingesetzt.
Riesner wurde 1941 in Stettin geboren und absolvierte sein Abitur am Burggymnasium in Essen. Sein akademischer Werdegang begann an der Technischen Universität Hannover, wo er Physik und Biophysik studierte und 1970 bei Manfred Eigen promovierte. Seine Habilitation in biophysikalischer Chemie und Molekularbiologie folgte 1975 an der Medizinischen Hochschule Hannover. In den darauf folgenden Jahrzehnten hatte er Professuren an verschiedenen Hochschulen inne, bevor er 1980 an die HHU berufen wurde, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2006 blieb.
Unternehmerische Erfolge und Engagement
Detlev Riesner war nicht nur ein engagierter Wissenschaftler, sondern auch ein erfolgreicher Unternehmer. 1984 gründete er die QIAGEN N.V., ein globales Unternehmen, das sich auf molekulardiagnostische Produkte spezialisiert hat. Bis 2014 war er im Aufsichtsrat des Unternehmens tätig, dessen Innovationskraft in der Branche wegweisend ist. Neben QIAGEN war Riesner auch Mitbegründer der Priavoid GmbH, die sich auf Therapien für neurodegenerative Erkrankungen konzentriert.
Riesners Bemühungen zur Stärkung der Unternehmensgründungskultur an der HHU wurden von Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck und Prorektorin Prof. Dr. Andrea Icks gewürdigt. Sie betonten, dass sein Einfluss auf das Unternehmertum an der Universität sowie seine Beteiligung an Initiativen wie dem Center for Entrepreneurship (CEDUS) und der „Gateway Factory“ entscheidend für die Entwicklung eines dynamischen Start-up-Ökosystems in der Region war.
Förderung von Forschung und Technologietransfer
Im Kontext des Technologietransfers hat Riesner aktiv an Projekten mitgewirkt, die die Anwendung von Forschungsergebnissen in wirtschaftliche Erfolge umwandeln. Diese Bemühungen sind besonders wichtig, etwa im Rahmen der Positionen von BIO Deutschland e.V., die darauf abzielen, den Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis zu verbessern und die Innovationskultur an Hochschulen zu stärken.
Die Forderung, Technologietransfer als „Third Mission“ zu etablieren, spiegelt die Notwendigkeit wider, Hochschulen nicht nur als Bildungsstätten, sondern auch als Inkubatoren für wirtschaftliche Aktivitäten zu betrachten. Riesner hat sich vehement für solche Veränderungen eingesetzt und ist ein Beispiel dafür, wie Wissenschaft und Wirtschaft kooperieren können, um Fortschritte in der Biotechnologie zu ermöglichen.
Wissenschaftliche Auszeichnungen und Ehrungen
Detlev Riesner erhielt im Laufe seiner Karriere zahlreiche Auszeichnungen für seine Forschungsleistungen. Dazu gehören der Max-Planck-Forschungspreis im Jahr 1992 und das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse im Jahr 2005. Seine Verdienste wurden auch durch die Ehrenmitgliedschaft in der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste im Jahr 2019 sowie die Ernennung zum Ehrendoktor durch die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der HHU im Jahr 2013 gewürdigt.
Riesner und seine Frau Prof. Dr. Hannelore Riesner unterstützen zudem das Deutschlandstipendium und haben viele Forschungsprojekte an der HHU gefördert, was belegt, dass das Engagement für Bildung und Wissenschaft zu seinen Kernwerten gehört.
Mit seinem Werdegang und den zahlreichen Innovationen, die er angestoßen hat, bleibt Detlev Riesner eine prägende Gestalt in der deutschen Biophysik und Unternehmenslandschaft, deren Einflüsse auch über die akademischen Grenzen hinaus spürbar sind.