Am 26. Mai 2026 wurde bekannt gegeben, dass Prof. Dr. Franz-Josef Brüggemeier den 9. Bochumer Historikerpreis erhält. Dieser renommierte Preis ist mit 30.000 Euro dotiert und würdigt das bemerkenswerte Lebenswerk des Historikers. Die Entscheidung wurde von der Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets bekannt gegeben, die den Preis seit 2002 alle drei Jahre vergibt. Diesmal wird die Auszeichnung am 11. November 2026 im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets verliehen.

Der Bochumer Historikerpreis wird für herausragende Leistungen in der Sozial- und Umweltgeschichte verliehen, und Brüggemeier wird für seine maßgeblichen Beiträge zur Ruhrgebietsgeschichte und Geschichtskultur geehrt. Prof. Dr. Stefan Berger, der Vorsitzende der Stiftung, beschreibt Brüggemeier als eine zentrale Figur in der Etablierung der Umweltgeschichte in der deutschen Geschichtswissenschaft. Brüggemeiers Dissertation „Leben vor Ort“ thematisiert das Arbeitsleben der Ruhrbergleute im Wilhelminischen Kaiserreich und zeigt seinen tiefen Bezug zur Region.

Wissenschaftliche Verdienste

Brüggemeier, der zuletzt an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg forschte und lehrte, hat sich als führender Historiker mit einem besonderen Schwerpunkt auf Großbritannien etabliert. Er publizierte eine Biographie über Margaret Thatcher und sein Buch „Grubengold“ bietet eine umfassende europäische Gesellschaftsgeschichte der Steinkohle vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Seine breite Expertise umfasst auch die Popularisierung der Ruhrgebietsgeschichte. So wirkte er als Berater der WDR-Fernsehproduktion „Rote Erde“ und war Mitinitiator der Ausstellung „Feuer & Flamme. 200 Jahre Ruhrgebiet“ im Gasometer Oberhausen. Zudem hat er wichtige Impulse für Ausstellungen zur Fußball-, Bergbau- und Gesundheitsgeschichte gegeben.

Persönlicher Werdegang

Geboren in Bottrop, studierte Brüggemeier Geschichte und Sozialwissenschaften in mehreren Städten. Er promovierte 1982 an der Universität-Gesamthochschule Essen über die Sozial- und Alltagsgeschichte der Ruhrbergleute. Bevor er seine akademische Laufbahn begann, schloss er 1981 ein Medizinstudium ab und arbeitete bis 1983 als Arzt. 1990 legte er eine medizinische Dissertation über die Geschichte der Krupp’schen Krankenanstalten vor.

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Seine Karriere als Hochschullehrer begann 1983 an der Fern-Universität Hagen, wo er 1994 habilitierte. Er hatte Professuren an der Universität Hannover von 1995 bis 1998 und an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ab 1998 inne. Im Jahr 2018 wurde er in Freiburg emeritiert und kehrte nach Bottrop zurück.

Brüggemeiers Auszeichnung mit dem 9. Bochumer Historikerpreis ist nicht nur eine Anerkennung seines Lebenswerks, sondern auch ein Hinweis auf die Bedeutung seiner Forschungen für das Verständnis der sozialen und ökologischen Dimensionen der Geschichte. Der Preis wird somit nicht nur ihm selbst, sondern auch dem breiteren Diskurs in der Geschichtswissenschaft und darüber hinaus eine neue Wertschätzung verleihen.

Für mehr Informationen besuchen Sie die Seiten von Ruhr-Universität Bochum und Juraforum.