Heute, am 5. November 2026, wirkt der Griff ins Kühlregal in europäischen Supermärkten plötzlich weniger selbstverständlich. In den vergangenen Tagen wurden in Hunderten Märkten Kühlanlagen aus der Ferne auf Heizen gestellt. Tonnenweise Lebensmittel verdarben und mussten weg, teilweise kam es sogar zu Schwelbränden.

Auch in Deutschland häuften sich die Fälle. Betroffen waren zwei CAP-Märkte in Wuppertal und Wetter-Volmarstein im Ennepe-Ruhr-Kreis, ein Rewe-Markt in Raesfeld im Münsterland, ein Edeka-Markt in Lilienthal in Niedersachsen sowie eine Edeka-Filiale in Reisbach in Niederbayern. In Wetter-Volmarstein traf es sowohl die Kühlregale als auch externe Lagerbereiche.

Wenn aus Kühlen plötzlich Heizen wird

Der CAP-Markt in Wuppertal teilte mit, ein externer Zugriff am Wochenende habe die Tiefkühl- und Kühlanlagen zu warm eingestellt. Nach Angaben der AWO richtete sich der Angriff gegen den Dienstleister, der die Anlagen aus der Ferne wartet. Wie hoch der Schaden ist, bleibt noch unklar.

In Lilienthal wurden laut Betreiber bis zu 70 Grad Celsius in der Frischetheke und 30 Grad in den Kühlhäusern gemessen. Ein kompletter Container mit Lebensmitteln musste entsorgt werden; der Filialleiter erstattete Anzeige. Die Zentrale Kriminalinspektion Oldenburg ermittelt und prüft einen weiteren Fall in Diepholz.

In Reisbach sollen die Anlagen auf „50 Grad heizen“ umgestellt worden sein. Foodsharing-Organisationen holten noch verwendbare Waren ab, der Großteil landete jedoch im Müll. Die Kriminalpolizei in Landshut ermittelt wegen des Verdachts des Ausspähens von Daten und der Datenveränderung und will sich mit Behörden anderer Bundesländer abstimmen.

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Ein Angriff, technisch simpel – und trotzdem wirkungsvoll

Am Mittwoch wurde außerdem ein Angriff auf den französischen Blutspendedienst bekannt. Hacker sollen dort Kühlgeräte von −30 auf +110 Grad Celsius umprogrammiert haben. Der Zugriff wurde schnell entdeckt und ohne Schäden gestoppt.

Der Augsburger Cybersicherheitsexperte Frank Breitinger bezeichnete den Angriff als technisch vergleichsweise simpel. Kühlanlagen werden zentral über Steuergeräte geregelt, die offenbar vielfach direkt mit dem Internet verbunden oder aus dem Internet erreichbar waren. Vermutlich verschafften sich die Angreifer über Standardpasswörter Zugang.

Danach nutzten sie reguläre Gerätefunktionen, vor allem die Abtaufunktion, dauerhaft. Dadurch stieg die Zieltemperatur an. Breitinger zufolge deutet bislang nichts darauf hin, dass es den Angreifern um Geld ging. Er vermutet vielmehr eine gezielte Verunsicherung der Bevölkerung und eine Schwächung des Vertrauens in die Versorgung sowie in die Schutzfähigkeit des Staates. Leere Kühlregale und der mögliche Zugriff auf Blutkonserven seien dafür prägnante Symbole.

Vergleichbare Angriffe gab es zuletzt auch in Belgien, Schweden, Irland, Luxemburg, Estland, Finnland und den Niederlanden. Vor drei Wochen wurden in Hunderten Filialen der französischen Supermarktketten Intermarché und Coopérative U Kühlanlagen lahmgelegt. Sämtliche gekühlten und gefrorenen Waren mussten vernichtet werden. Zu den Angriffen hat sich bislang niemand bekannt.

Ermittlungen laufen, Entwarnung bei der Lebensmittelsicherheit

EU-Agrarkommissar Christophe Hansen erklärte, die Vorfälle würden sehr ernst genommen. Die Lebensmittelsicherheit in Europa sei derzeit nicht gefährdet. Für einzelne Märkte klingt das trotzdem erst einmal ziemlich bitter: leere Truhen, weggeworfene Ware und Anlagen, die mitten in der Nacht plötzlich Wärme statt Kälte produzieren.

Eine weitere Einordnung liefert die angegebene GRS-Datei allerdings nicht. Der gelieferte Text enthält keine lesbaren Nachrichteninhalte, sondern fragmentierte und komprimierte PDF-Rohdaten. Mehr lässt sich daraus nicht belastbar herauslesen.

Die Vorfälle beschäftigen derweil auch die Universität Augsburg. Dort sitzt mit Frank Breitinger ein Experte, der den technischen Ablauf als simpel beschreibt – gerade das macht die Sache so unangenehm. Ein schlecht abgesichertes Steuergerät, ein Standardpasswort, eine aktivierte Funktion. Und am Ende riecht es im Markt nicht mehr nach frischen Lebensmitteln, sondern nach dem, was niemand mehr verkaufen kann.

Quelle 1: Inforadio
Quelle 2: Tagesschau
Quelle 3: GRS