In der heutigen wissenschaftlichen Landschaft spielen Daten eine zentrale Rolle. Am 24. April 2026 arbeiten Astrid Nieße, Energieexpertin aus Oldenburg, und Frank Oliver Glöckner, Bioinformatiker aus Bremen, an digitalen Wissensspeichern für die Forschung. Beide sind Teil der Nationalen Forschungsdaten-Infrastruktur (NFDI), die sich insbesondere auf die Energiesystem- und Biodiversitätsforschung konzentriert. Laut der Universität Oldenburg ist die Verfügbarkeit und der kompetente Umgang mit Daten entscheidend für die Generierung neuen Wissens. Ohne geeignete Daten können Forschungsvorhaben nicht erfolgreich umgesetzt werden.
Ein zentrales Anliegen der NFDI ist es, die Mobilisierung von Daten zu fördern und diese in öffentlich zugänglichen Repositorien zu speichern. Dabei dürfen Datenlücken, wie sie beispielsweise während der Corona-Pandemie bei Wettervorhersagen deutlich wurden, nicht die Freiheit der Forschung einschränken. Nieße betont, dass ein Kulturwandel in der Forschung notwendig ist: „Wir müssen hin zu einer gemeinsamen, datenbasierten Forschung.“ Dies bedeutet auch, dass Metadaten als Schlüssel zum Verständnis und zur Nutzbarkeit von Daten nicht vernachlässigt werden dürfen.
Die Rolle der NFDI im Forschungsdatenmanagement
Die NFDI wurde gegründet, um die Bedingungen für das Forschungsdatenmanagement über alle Wissenschaftszweige hinweg zu verbessern. Der NFDI-Verein fungiert hierbei als Dachorganisation und fördert die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Schaffung von rechtskonformen, interoperablen und nachhaltigen Dateninfrastrukturen. Die NFDI setzt sich dafür ein, dass die Zugänglichkeit dieser Infrastrukturen für Forschende im Alltag gewährleistet ist.
In der Energieforschung, wie auch in anderen Bereichen, stehen jedoch oft Datenschutzfragen im Raum, die eine reibungslose Zusammenarbeit mit der Industrie erschweren können. Nieße und Glöckner plädieren deshalb für einen Kulturwandel, der einen offenen Austausch und die gemeinsame Nutzung von Daten fördert. Die Forschungscommunity sowie die Gesellschaft insgesamt müssen das Bewusstsein für den Wert von Daten stärken, was besonders nach einigen politischen Entwicklungen in den USA zunehmend an Bedeutung gewonnen hat.
Initiativen und Fortschritte
Ein konkretes Beispiel für die Fortschritte, die in diesem Bereich erzielt wurden, ist die Gründung von NFDI4Energy vor drei Jahren. Zwischenberichte belegen bereits Fortschritte im Forschungsdatenmanagement sowie die Entwicklung der Open Energy Plattform. Dies zeigt, dass die NFDI auf einem sinnvollen Weg ist, um langfristige Stabilität und Finanzierung sicherzustellen, was Nieße ausdrücklich fordert.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Zusammenarbeit zwischen der Universität Oldenburg und der Universität Bremen ist die Northwest Alliance, die exzellente Forschungsbedingungen fördern soll. Im Rahmen dieser Initiative wird auch DataNord, ein regionales Datenkompetenzzentrum, verstetigt. Beide Universitäten setzen ihre Ressourcen ein, um die Forschungsregion zu stärken und die gemeinschaftlichen Interessen weiter zu fördern. Dies trägt dazu bei, die Nutzungsmöglichkeiten von Daten sowohl für Wissenschaftler als auch für die Gesellschaft zu verbessern.
Insgesamt verdeutlichen die Arbeiten von Nieße und Glöckner, wie wichtig zeitgemäßes Datenmanagement ist. Die NFDI leistet einen wesentlichen Beitrag zur Sicherstellung, dass Daten als gemeinsames Gut für exzellente Forschung in Deutschland betrachtet werden. Die Vision, eine solide datenbasierte Forschungs- und Wissenslandschaft zu schaffen, erfordert gemeinschaftliche Anstrengungen und ein enges Engagement aller Beteiligten.