Durchbruch bei organischen Solarzellen: Über 20% Wirkungsgrad erreicht!
Am 23. Juni 2026 berichten Forscher von der Universität Potsdam, dass organische Solarzellen nun Wirkungsgrade von über 20 Prozent erreichen. Dies stellt einen bedeutenden Fortschritt dar, da die physikalischen Grenzen eine weitere Leistungssteigerung bisher erschwerten. Ein interdisziplinäres Forschungsteam, darunter Wissenschaftler der Linköping University und des Paul-Drude-Instituts, hat zentrale physikalische Prozesse identifiziert, die diese Limitationen verursachen.
Die Leistung organischer Solarzellen wird maßgeblich durch drei Parameter bestimmt: Kurzschlussstrom, Leerlaufspannung und Füllfaktor. Das Team stellte fest, dass eine Optimierung dieser drei Einflussfaktoren notwendig ist, um konkurrenzfähig mit etablierten Solarzellentechnologien zu bleiben. Die Forscher beleuchten die Herausforderungen, dass eine Verbesserung der Leerlaufspannung oftmals zu einer Verschlechterung des Füllfaktors führt und umgekehrt.
Zusammenarbeit für Innovation
Die Untersuchung dieser komplexen Herausforderungen erfolgt durch die Zusammenarbeit führender Forscher, darunter Prof. Feng Gao, Prof. Dieter Neher und Prof. Safa Shoaee. Ein zentrales Anliegen ihrer Forschung ist die Erzeugung freier elektrischer Ladungen in der aktiven Schicht, die vom elektrischen Feld im organischen Halbleitermaterial abhängt. Exzitonen, die durch Licht angeregt werden, bestehen aus einem Elektron und einem Loch, die an dasselbe Molekül gebunden sind. Die Trennung dieser Elektronen-Loch-Paare erfolgt über einen als Ladungstransfer bekannten Prozess, der intensiv erforscht wurde.
Die Lebensdauer der Exzitonen und die Energie, die durch den Ladungstransfer generiert wird, spielen eine entscheidende Rolle beim Füllfaktor. Forscher haben herausgefunden, dass die Konkurrenz zwischen Füllfaktor und Leerlaufspannung auf wenige physikalische Größen zurückzuführen ist. Eine Verlängerung der Lebensdauer der Exzitonen könnte die Einschränkungen des Füllfaktors signifikant mildern und somit neue Perspektiven für die Effizienz organischer Solarzellen eröffnen.
Neue Materialien und technologische Ansätze
Im Rahmen der Forschung wurden neue Materialkombinationen entwickelt, die hohe Füllfaktoren und eine gesteigerte Gesamtleistung erreichen. Diese Entwicklungen bieten vielversprechende Leitlinien für die Materialentwicklung und die Optimierung von Solarzellenbauteilen. Durch diese neuen Ansätze könnten langjährige Effizienzgrenzen organischer Solarzellen überwunden werden und eine breitere Anwendung in der Photovoltaik möglich werden. Dies wäre nicht nur ein entscheidender Schritt für die Forschung, sondern auch für die Praktikabilität dieser Technologie in Energiesystemen.
Zusätzliche Informationen zu aktuellen Studien geben Aufschluss über diverse Forschungsarbeiten im Bereich organischer Photovoltaik. Eine aktuelle Veröffentlichung mit dem Titel „Overcoming the fill-factor limit of organic solar cells“ von Zhang et al. zeigt die Fortschritte in der Performance organischer Solarzellen weiter auf. Diese und andere Studien, wie Fraunhofer ISE berichtet, liefern wertvolle Erkenntnisse über die Herausforderungen und Möglichkeiten der organischen Solarzellen. Gemeinsam fördern diese Erkenntnisse ein tieferes Verständnis und die Weiterentwicklung dieser vielversprechenden Technologien.
