Am 9. Juni 2026 wird ein bedeutender Meilenstein im Erasmus+-Programm gefeiert. Eine Million Studierende aus Deutschland haben seit der Einführung des Programms in den 1980er Jahren die Möglichkeit genutzt, im Ausland zu studieren oder Praktika zu absolvieren. Die Europa-Universität Viadrina hat Mareike Nesselhauf als „millionste Erasmus-Studentin“ ausgezeichnet. Nesselhauf ist im internationalen Doppelmasterprogramm International Business Administration an der Viadrina sowie International Business an der SGH School of Economics in Warschau eingeschrieben und befindet sich im zweiten Semester an der SGH.

Die Viadrina, die seit 1992 im Erasmus+-Programm akkreditiert ist, hat über 8.000 Studierende bei ihren Auslandsaufenthalten unterstützt. Besonders beliebt sind Universitäten in Frankreich, Spanien, der Türkei und Polen, während auch die Anzahl der Studierenden, die nach Italien gehen, schnell steigt. Dies ist vor allem den vermehrt angebotenen englischsprachigen Programmen dort zu verdanken. Über die Hälfte der Viadrina-Studierenden entscheiden sich für einen Aufenthalt im Rahmen des Erasmus+-Programms, das 1987/88 ins Leben gerufen wurde.

Die Rolle des Erasmus+-Programms

Das Erasmus+-Programm hat sich von einem reinen Studienprogramm zu einem umfassenden Bildungsangebot entwickelt. Es fördert heute nicht nur Studienaufenthalte, sondern auch Praktika, Kurzzeit- und Blended-Mobility-Formate sowie internationale Hochschulkooperationen. DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee hebt hervor, wie wichtig das Programm für die persönliche Entwicklung und den Ausbau von Partnerschaften ist. Dr. Stephan Geifes, Direktor der Nationalen Agentur für Erasmus+ Hochschulzusammenarbeit, ergänzt, dass die Hochschulen sowie Partnerhochschulen engagiert sind und wesentlich zur Unterstützung beitragen.

In Deutschland wird das EU-Programm von vier Nationalen Agenturen betrieben, die dafür sorgen, dass die Chancen und Möglichkeiten des Programms verständlich und serviceorientiert nutzbar gemacht werden. Diese Agenturen garantieren die Kontinuität und das Know-how in den Bildungsbereichen, insbesondere durch Projektberatung und Unterstützung bei der Antragstellung für europäische Projekte.

Erhöhte Fördermittel für internationale Mobilität

Die finanzielle Grundlage für diese Programme wird durch die EU bereitgestellt. Für die nächsten zwei Jahre stehen rund 220 Millionen Euro zur Förderung der internationalen Mobilität deutscher Hochschulen zur Verfügung. Dies wurde von der Nationalen Agentur für Erasmus+ Hochschulzusammenarbeit im Deutschen Akademischen Austauschdienst (NA DAAD) angekündigt. In der Förderlinie „Mobilität von Einzelpersonen“ erhalten Hochschulen etwa 186 Millionen Euro. Dies sind rund 20 Millionen Euro mehr als im Jahr 2023.

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Diese Fördermittel sind in erster Linie für die Auslandsmobilität in den 33 Programmländern des Erasmus+-Programms gedacht. Hochschulen können jedoch bis zu 20 Prozent des Geldes für weltweite Auslandsaufenthalte außerhalb der Programmländer verwenden. Rund 58.000 Personen werden voraussichtlich mit den neuen Fördergeldern unterstützt, wozu sowohl Auslandssemester als auch Lehr- und Weiterbildungsaufenthalte zählen.

Zusätzlich stehen in der Förderlinie „Mobilität mit Partnerländern“ weitere rund 31 Millionen Euro zur Verfügung, die voraussichtlich etwa 7.000 Aufenthalte internationaler Studierender und Hochschulbeschäftigter nach Deutschland fördern. Die EU-Gelder steigen im Vergleich zum Vorjahr um etwa zwölf Prozent, was alle Hochschultypen in Deutschland begünstigt.

Inmitten dieser Entwicklungen wird das Erasmus-Programm auch in den Thesen des Wahl-O-Mat zur Europawahl vertreten sein. Bürger können für oder gegen eine Erhöhung des Erasmus-Stipendiums für finanziell benachteiligte Studierende stimmen. Eine Umfrage der NA DAAD unter 19.000 ehemaligen Erasmus-Geförderten zeigt, dass 85 Prozent von ihnen an der Europawahl 2024 teilnehmen möchten.

Mit diesen Angeboten und der Unterstützung des Erasmus+-Programms wird die internationale Mobilität deutscher Studierender weiter gestärkt, was eine grundlegende Bereicherung für die europäische Bildungslandschaft darstellt.

Für weitere Informationen über das Erasmus+-Programm und seine Auswirkungen: Europa-Universität Viadrina, Erasmus+, DAAD.