Die FernUniversität in Hagen und der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) haben eine gemeinsame Initiative ins Leben gerufen, um den Erfinderinnenpreis zu verleihen. Diese Initiative zielt darauf ab, die Sichtbarkeit von Frauen mit innovativen Ideen und Patenten zu erhöhen, sowie deren Vernetzung und Unterstützung zu fördern. Aktuell liegt der Anteil von Erfinderinnen in Deutschland bei nur etwa 8%, während der Frauenanteil in ingenieur- und naturwissenschaftlichen Berufen über 30% beträgt, wie die dpma.de berichtet.

Die Idee hinter dem Erfinderinnenpreis entstand 2022 unter der Leitung von Prof. Ada Pellert und Kirsten Pinkvoss. Inspiriert von der berühmten Schauspielerin und Erfinderin Hedy Lamarr, wurde bei einer Lesung zu ihrem Lebenswerk eine Summe von 4.000 Euro gesammelt, die als Grundfinanzierung für den Preis dient. Laut fernuni-hagen.de wird der Preis voraussichtlich beim Deutschen Ingenieurstag 2027 in Düsseldorf verliehen.

Unterstützung von Fachverbänden und Patentämtern

Die Initiative erhält Unterstützung bei der Auswahl geeigneter weiblicher Patenttalente durch das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA). Die Kampagne des VDI hilft auch, das Wissen über Patente und deren Schutz zu erweitern. Besonders hervorzuheben ist das Netzwerk „Frauen im Ingenieurberuf“, das über 11.000 Ingenieurinnen umfasst. Dies zeigt, dass es eine wachsende Gemeinschaft gibt, die aktiv an der Förderung von Frauen in technischen Berufen arbeitet.

In einer kürzlich veröffentlichten Studie des Europäischen Patentamts (EPA) wird der Frauenanteil bei Patentanmeldungen aus Deutschland weiterhin mit rund 10% beziffert. Diese Studie hebt die Notwendigkeit von Initiativen wie dem Erfinderinnenpreis hervor, um die Herausforderungen und Lücken in den MINT-Karrieren von Frauen zu thematisieren. Insbesondere wird der Verlust von Frauenpotenzial entlang der sogenannten „Leaky Pipeline“ untersucht, wo viele talentierte Frauen nicht in technischen Berufen verweilen, wie der Bericht beschreibt.

Inspirierende historische Figuren

Der Bericht des EPA nennt auch zahlreiche historische Frauen, die in Wissenschaft und Technik maßgebliche Beiträge geleistet haben. Von Mary Wollstonecraft Godwin über Rosalind Franklin bis hin zu Hedy Lamarr selbst – all diese Frauen stehen symbolisch für die Herausforderungen, mit denen Frauen in MINT-Berufen konfrontiert sind. Trotz ihrer Errungenschaften blieben vielen von ihnen die Anerkennung und die Erfolge in der männerdominierten Welt verwehrt.

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Auf dem „Welttag des geistigen Eigentums“ 2023 wurde das Thema der Unterrepräsentation von Frauen bei Patentanmeldungen besonders beleuchtet. Vertreterinnen und Vertreter mehrerer Patentämter setzten sich für eine erhöhte Sichtbarkeit von Frauen in Innovationsprozessen ein. Solche Initiativen könnten entscheidend sein, um die Gleichstellung in Wissenschaft und Technik voranzutreiben und das Interesse junger Frauen an MINT-Berufen zu wecken.