Europa in der Pflicht: Schlögel und Koenen warnen vor Kriegsgefahr!
Im Senatssaal der Europa-Universität Viadrina fand am 22. Juni 2026 ein bemerkenswertes Forschungskolloquium statt, das von vielen als entscheidender Beitrag zur aktuellen Diskussion rund um den Ukraine-Konflikt angesehen wird. Unter der Leitung von Prof. Dr. Karl Schlögel und Dr. Gerd Koenen wurde die Verantwortung Europas in Zeiten des Krieges beleuchtet. Das Gespräch basierte auf ihrem gemeinsamen Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeine Zeitung mit dem Titel „Kriegswinter – Jetzt entscheidet sich das Schicksal der Ukraine“.
Ein zentrales Thema war der russische Angriffskrieg, der von Schlögel als eine fundamentale Prüfung für die europäischen Gesellschaften interpretiert wurde. Besorgt äußerte er, dass die Zunahme der Gewalt und die dauerhafte Zerstörung von Lebensgrundlagen zur Gewöhnung an die Eskalation führen könnten. Dr. Koenen fragte provokant, wie die Menschen in beschädigten Wohnungen den Winter überstehen könnten, was die drängenden physischen Überlebensfragen aufwirft, mit denen die Gesellschaft konfrontiert ist.
Die Rolle der Zivilgesellschaft und die Unterstützung der Ukraine
Im Verlauf ihrer Diskussion betonten beide Wissenschaftler die Notwendigkeit, sich mit den physischen Herausforderungen der Zivilbevölkerung auseinanderzusetzen. Koenen hob dabei die entscheidende Rolle zivilgesellschaftlicher Netzwerke hervor, die in der Lage sind, Unterstützung und Hilfsaktionen zu organisieren. In einer Zeit, in der Europa gefragt ist, wie es die Stabilität auf dem Kontinent sichern kann, berichtete Schlögel von schwer verwundeten Kämpfern und der Altersstruktur der Soldaten in der Ukraine. Dies verdeutlicht die menschlichen Kosten des Krieges, die weit über die militärischen Strategien hinausgehen.
Die Stärke und Widerstandsfähigkeit der ukrainischen Gesellschaft kamen ebenfalls zur Sprache. Schlögel stellte klar, dass die Frontkämpfer entscheidend für die Sicherheit Europas sind. Zugleich kritisierte er die Gleichzeitigkeit von Krieg und Normalität in Russland und bezeichnete Putins Herrschaft als historisches Verbrechen, abseits jeder Modernisierungsperspektive.
Die geopolitischen Spannungen und die EU-Strategie
Die geopolitischen Spannungen zwischen der Europäischen Union und Russland sind nicht neu. Wie bpb.de erläutert, erlebte Russland mit dem Ende des Kalten Krieges zwar eine anfängliche Verbesserung der Beziehungen zum Westen, doch mit Putins Amtsantritt im Jahr 2000 verschlechterten sich die Verhältnisse rasch. Die EU sieht sich daher gezwungen, eine Vielzahl von Sanktionen zu verhängen, um Russland für dessen aggressives Handeln zur Rechenschaft zu ziehen. So wurde am 24. Februar 2022 der Krieg gegen die Ukraine gestartet, was die politischen Beziehungen zwischen der EU und Russland ins Wanken brachte.
In den folgenden Jahren wurde die EU aktiv, um die internationalen Beziehungen zu stabilisieren und die Ukraine zu unterstützen. Insgesamt wurden 17 Sanktionspakete in den ersten zwei Jahren des Krieges verabschiedet. Diese richten sich insbesondere gegen den Finanzsektor und zielen darauf ab, etwa die Hälfte des Handels zwischen der EU und Russland zu reduzieren.
Schlögel forderte Europa auf, akademische Beziehungen zu stärken und die Ukraine aktiv zu unterstützen. Die EU plant, auch in Zukunft eng mit der NATO und anderen Partnern zusammenzuarbeiten, um die internationale Ordnung zu verteidigen.
In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen wird deutlich, dass die europäischen Nationen nicht nur um ihre eigene Stabilität kämpfen, sondern auch die Verantwortung tragen, das Schicksal der Ukraine und ihrer Bevölkerung nicht zu vergessen. „Die Verteidigung reicht über die Grenzen des physischen Schutzes hinaus“, schloss Schlögel. „Es geht auch um die Bereitschaft, Demokratie und Heimat aktiv zu verteidigen.“
