Florence Schubotz und Michael Seidel stehen seit mehr als 20 Jahren im Austausch, einer Verbindung, die während ihrer Studienzeit in Oldenburg begann. Ihre langjährige Bekanntschaft hat sich zu einer produktiven Zusammenarbeit in der organischen Geochemie entwickelt, die sowohl menschlich als auch wissenschaftlich als passend beschrieben wird. Schubotz, die auf mikrobieller Ebene forscht, und Seidel, der sich auf geochemisch-analytische Methoden spezialisiert hat, arbeiten Hand in Hand, um komplexe Umweltprozesse besser zu verstehen.
Vor etwa zehn Jahren starteten sie ihr erstes gemeinsames Projekt, das sich mit natürlichen Erdölaustritten im Golf von Mexiko befasste. Ziel dieser Forschung ist es, die Wechselwirkungen zwischen Erdölsystemen und hydrothermalen Systemen im Hinblick auf den Kohlenstoffkreislauf im Ozean zu untersuchen. Während Schubotz sich auf die Analyse partikulärem Materials konzentriert, untersucht Seidel das gelöste organische Material. Diese Zusammenarbeit eröffnet neue Perspektiven auf umweltwissenschaftliche Fragestellungen und ermöglicht tiefere Einsichten in die zugrunde liegenden Prozesse.
Nächste Expedition in die Arktis
Ihr nächstes Ziel ist eine Forschungsreise in die Arktis, insbesondere in die Baffin Bay, um neue Ölaustritte zu analysieren. Für diese wichtige Expedition ist das Forschungsschiff „Merian“ vorgesehen, das für fünf Wochen zur Probenentnahme in die Region fahren wird. Diese Untersuchung wird nicht nur den Einfluss von Erdölen auf das Ökosystem beleuchten, sondern auch die Auswirkungen des Klimawandels auf die sensiblen Prozesse in den Polargebieten erforschen.
Die Erde und ihre Biosphäre unterliegen einem ständigen Wandel, der sich auf unterschiedlichste Weise zeigt. An der Oberfläche interagieren Gesteine mit Wasser, Luft und Lebensformen. Verwitterung und Erosion tragen zu einem hohen Stoffumsatz bei, wobei chemische Elemente und Sedimente freigesetzt werden. Diese Prozesse sind entscheidend für die Entwicklung von Böden und die Nährstoffversorgung von Pflanzen an Land – und nicht zuletzt für die Kohlenstoffdynamik in aquatischen Systemen, wo Algenblüten eine bedeutende Rolle spielen.
Die Rolle der Geochemie
Die Forschung von Schubotz und Seidel überschreitet die traditionellen Grenzen von Geologie, Biologie und Chemie und bringt Erkenntnisse über die komplexen Wechselwirkungen zwischen organischem und anorganischem Material in der Erde. Gemäß den Untersuchungen in der Sektion 3.2 wird die organische und Erdoberflächengeochemie analysiert, wobei Veränderungen des Erdsystems in Größenordnungen von Mikrometern bis hin zu globalen Mustern erfasst werden. Sedimentärer organischer Kohlenstoff fungiert dabei als Archiv, welches Informationen über vergangene Umwelten und Klimawandel bereitstellt.
Darüber hinaus liefern stabile Metallisotopensysteme wichtige Einblicke in biogeochemische Transformationen sowie in die Redoxentwicklung des Systems. Diese umfassenden Forschungsansätze sind Teil der wissenschaftlichen Bestrebungen, die Natur und ihre Prozesse besser zu verstehen, und verdeutlichen, wie fundamentale Veränderungen in der Umwelt sowohl natürliche als auch vom Menschen verursachte Wurzeln haben können.