In einem zeitalter, das von digitaler Kommunikation geprägt ist, wird die Bekämpfung von Desinformation zu einer immer drängenden Herausforderung. Am 15. Juli 2026 startete das Forschungsprojekt „BOSNET“ an der Universität Potsdam, das sich dieser Problematik widmet. Das Projekt, koordiniert von Prof. Dr. Stefan Stieglitz, erhält rund 2,5 Millionen Euro im Rahmen des Förderprogramms „Vertrauen in Demokratie und Staat: Digitale Desinformation erkennen und abwehren“. Dieses Programm zielt darauf ab, die Handlungsfähigkeit von Behörden und Organisationen im Umgang mit Desinformation zu stärken, wie uni-potsdam.de berichtet.

BOSNET wird sich auf mehrere wesentliche Schwerpunkte konzentrieren. Dazu zählen die Bewertung von Verdachtsfällen sowie der Aufbau von Strukturen für einen behördenübergreifenden Wissensaustausch. Ein innovatives KI-basiertes Analysemodul wird entwickelt, um die Erkennung von Desinformation zu unterstützen. Ein zusätzliches Vernetzungsmodul soll die Koordination des Debunkings ermöglichen – das Entlarven und Widerlegen von Falschinformationen. Darüber hinaus wird eine gemeinsame Wissensdatenbank erstellt, um Fälle von Desinformation und die diesbezüglichen Reaktionen der Behörden zu dokumentieren.

Wissenschaftliche und wirtschaftliche Partnerschaften

Das Projekt ist stark interdisziplinär organisiert. Zu den wissenschaftlichen Partnern gehören renommierte Institutionen wie die Universität Bamberg, die Universität Tübingen (IZEW) sowie die Universität zu Köln. Auf der Seite der Wirtschaft engagiert sich die Virtimo AG, während die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) als Behördenpartner fungiert.

Ein zentrales Anliegen von BOSNET ist es, das Vertrauen in staatliche Institutionen zu stärken. Insbesondere werden Themen wie KI-generierte Desinformation, Deepfakes und koordinierte Kampagnen in sozialen Netzwerken thematisiert.

Förderung der Forschung zu Desinformation

Neben BOSNET gibt es noch zahlreiche weitere Forschungsprojekte, die im Rahmen des genannten Förderprogramms Unterstützung erhalten. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) plant mehr als 40 Millionen Euro für die Desinformationsforschung bereitzustellen, wie bmftr.bund.de berichtet. An einem Tag im März 2026 übergab Dr. Alexandra-Gwyn Paetz die Förderbescheide für elf interdisziplinäre Projekte, mit dem Ziel, einen umfassenden Ansatz gegen die Herausforderungen durch digitale Desinformation zu entwickeln.

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Einige der geförderten Projekte umfassen:

Projektname Beschreibung
ClaimGuard KI-gestütztes Dialogsystem zur Prüfung von Texten und Bildern.
CleanFeed Entwicklung von Maßnahmen gegen Desinformation.
DeMasKI KI zur Analyse politischer Texte auf Desinformationsmerkmale.
EKILED Visualisierung der Verarbeitung von Desinformation zur Stärkung der Medienkompetenz von Schülern.
kuKi Monitoring- und Analyseinfrastruktur zu Desinformation in mehreren Sprachen.
PADSE Tool zur Erkennung von Audiofakes.
PROVAIDE KI-gestütztes Tool zur Analyse von Informationen für Journalisten.
REsoNARe Forschung von Informationsmanipulation.
VAMPIR Identifikation von Desinformationsstrategien im Kontext von Influencern.
VITraDes Entwicklung von Leitlinien für die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte.
WIEGE KI-gestützte Plattform zur Stärkung der Medienkompetenz von Jugendlichen.

Die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär, unterstreicht die Dringlichkeit, mit der Forschungsförderung im Bereich Desinformation begegnet werden muss. Projekte wie BOSNET sind der erste Schritt, um die gesellschaftliche Resilienz gegen gefälschte Informationen zu stärken und das Vertrauen in unser demokratisches System aufrechtzuerhalten.