Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat gestern die Förderung der Forschungsgruppe FOR 5211 „Persistent SOMAtic Symptoms aCROSS Diseases“ (SOMACROSS) für die kommenden vier Jahre mit rund fünf Millionen Euro verlängert. Diese maßgebliche Förderung erstreckt sich auf die Erforschung persistierender somatischer Symptome, die eine erhebliche Belastung für Betroffene darstellen.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Bernd Löwe, dem Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), hat die Forschungsgruppe das Ziel, wirksame und personalisierte Behandlungsansätze zur Verbesserung der Versorgung von Patient:innen mit diesen Symptomen zu entwickeln. Die MSH Medical School Hamburg ist ebenfalls aktiv an der zweiten Förderphase beteiligt.
Personalisierte Interventionen im Fokus
Ein zentrales Teilprojekt der SOMACROSS-Initiative ist SOMA.CK.2, das von Prof. Dr. Meike Shedden-Mora und Prof. Dr. Tobias B. Huber (UKE) geleitet wird. Dieses Teilprojekt fokussiert sich auf personalisierte, mechanismusbasierte psychologische Interventionen für Patient:innen mit chronischer Nierenerkrankung. In der ersten Förderphase wurden bereits zentrale biopsychosoziale Mechanismen und Risikofaktoren identifiziert, die akute körperliche Beschwerden in chronische verwandeln.
Persistierende somatische Symptome sind demnach nicht nur auf körperliche Beschwerden beschränkt; die häufigsten Betroffenen berichten auch über Begleiterscheinungen wie ausgeprägte Müdigkeit, Juckreiz und gastrointestinale Probleme. Laut der Universität Tübingen betrifft diese Problematik rund 9 % der Bevölkerung. Chronische Schmerzen machen dabei ungefähr 20 % in der Allgemeinbevölkerung aus und führen oft zu erheblichen funktionellen Beeinträchtigungen und psychischen Komorbiditäten.
Forschung zur Verbesserung der Behandlung
Die Arbeitsgruppe „Chronische Schmerzen und persistierende somatische Symptome“ beschäftigt sich intensiv mit der systematischen Erforschung der zugrunde liegenden biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren. Das Ziel dieser Bemühungen ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse in wirksame psychosomatische Behandlungsansätze zu überführen. Hierbei wird ein bidirektionaler Translationsansatz verfolgt, bei dem klinische Fragestellungen in die Forschung einfließen und umgekehrt wissenschaftliche Ergebnisse in den klinischen Alltag integriert werden.
Ein besonderer Fokus liegt auf innovativen psychosomatischen Behandlungsansätzen, wie der erweiterten Psychotherapie mittels Neuromodulation oder extended reality-Technologien. Diese sollen helfen, auch komplexe Krankheitsbilder effizient zu behandeln und den Patient:innen eine signifikante Verbesserung ihrer Lebensqualität zu ermöglichen.
Die Zusammenarbeit der MSH Medical School mit universitätsmedizinischen Partnern unterstreicht die dynamische Entwicklung und die Forschungsaktivität im Bereich Klinische Psychologie und Psychotherapie, wie auch die Universität Tübingen feststellt. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein für die Weiterentwicklung der Behandlungsmöglichkeiten in diesem Bereich, um Patient:innen mit persistierenden somatischen Symptomen besser zu unterstützen.
Für weiterführende Informationen über die Forschungsgruppe SOMACROSS und deren Projekte besuchen Sie die Medical School Hamburg sowie die Universität Tübingen.