Für eine grüne Zukunft: Festivals setzen auf Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein!
Mit dem Beginn der Festivalsaison nimmt das Forschungsprojekt „NachhaltigkeitsKulturOWL“ der Universität Paderborn Fahrt auf. In diesem Jahr steht die Reduzierung von Zigarettenabfällen im Fokus, ein drängendes Umweltproblem, das bei Outdoor-Veranstaltungen zunehmend in den Vordergrund rückt. Zigarettenabfälle sind nicht nur schwer zu entsorgen, sie belasten auch die Umwelt erheblich. Ein einzelner Zigarettenstummel kann bis zu 1000 Liter Wasser verunreinigen, was die Dringlichkeit der Maßnahmen verdeutlicht.
Im vergangenen Jahr wurden beim AStA-Sommerfestival bereits Taschenaschenbecher aus Recycling PET verteilt. Auch heuer werden am 11. Juni wieder kostenlose Taschenaschenbecher zum Einsatz kommen. Um das Bewusstsein für die negativen Umweltauswirkungen von Zigarettenabfällen zu schärfen, werden Banner bei der Veranstaltung auf die Problematik aufmerksam machen. Zudem wird nach dem Festival eine Untersuchung der Müllstichproben stattfinden, um die Effizienz der getroffenen Maßnahmen zu evaluieren.
Einblicke in Umweltstrategien
Prof. Dr. Beate Flath, die das Forschungsprojekt leitet, hebt die Wichtigkeit niedrigschwelliger Lösungen hervor, um eine breite Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. In einem weiteren Ansatz wurde beim Orange Blossom Special Festival in Beverungen eine Mobilitätsbefragung durchgeführt. Viele Besucher*innen äußerten, dass sie öffentliche Verkehrsmittel häufiger nutzen würden, wenn die Anbindung besser wäre. In diesem Jahr wurde daher ein Shuttle-Service vom Bahnhof Lauenförde-Beverungen zum Festivalgelände eingerichtet, um die Anreise umweltfreundlicher zu gestalten.
Das Projekt „NachhaltigkeitsKulturOWL“ wird mit rund 320.000 Euro aus EU- und Landesmitteln gefördert und verfolgt das Ziel, innovative Strategien zur Verbesserung der Nachhaltigkeit bei Outdoor-Kulturveranstaltungen zu entwickeln und zu erproben. Projektpartner sind die Schlosspark und Lippesee GmbH sowie elf weitere Partner aus Ostwestfalen-Lippe.
Der Trend zu Green Events
Die wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeit zeigt sich auch im Eventsektor. Veranstaltungen, Messen und Kongresse tragen erheblich zur Umweltbelastung bei, weshalb das Konzept der Green Events zunehmend in den Vordergrund rückt. Dieses zielt darauf ab, die ökologische Verantwortung zu stärken und ressourcenschonende Maßnahmen voranzutreiben. So gab es 2023 in Deutschland 2,15 Millionen Veranstaltungen, was einen Anstieg um 24,7% im Vergleich zum Vorjahr bedeutet (Fesa).
Ein effektives Umweltmanagement bei Veranstaltungen kann den CO₂-Ausstoß erheblich reduzieren. Die Prinzipien für klimafreundliche Veranstaltungen umfassen Vermeiden, Vermindern und Kompensieren. Zudem bietet eine Checkliste wertvolle Anhaltspunkte für die Planung nachhaltiger Events, die sowohl vor, während als auch nach der Veranstaltung berücksichtigt werden sollten. Dazu zählen unter anderem die Wahl eines gut erreichbaren Veranstaltungsorts, die Nutzung digitaler Einladungen und nachhaltiger Materialien sowie die sorgenvolle Entsorgung von Abfällen.
Die Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit in der Veranstaltungsbranche sind mehr als nur ein Trend; sie sind eine Verantwortung, die ernst genommen werden muss. Veranstaltungen können durch umweltbewusste Planung und Umsetzung ihren ökologischen Fußabdruck signifikant verringern. Dies steht im Einklang mit dem Ziel, kulturelle Höhepunkte nachhaltig und umweltfreundlich zu gestalten.
