Göttingen erhält 1,8 Millionen Euro für KI in der Teilchenphysik!
Die Universität Göttingen hat heute bekannt gegeben, dass sie mit einer Finanzierung von rund 1,8 Millionen Euro bedacht wird, um eine neue Forschungsgruppe im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) zu etablieren. Diese Förderung erfolgt im Rahmen des Programms „KI-Forschungsgruppen Niedersachsen“ von zukunft.niedersachsen. Das Projekt mit dem Titel „Production-ready AI for unbiased simulation in high energy physics“ wird von Dr. Timo Janßen geleitet, der am Institut für Theoretische Physik angesiedelt ist. Die Laufzeit des Projekts ist auf fünf Jahre angesetzt.
Das Hauptziel des Projekts ist die Beschleunigung von Computersimulationen, die hochenergetische Teilchenkollisionen in der Physik untersuchen. Dabei soll wissenschaftliche Genauigkeit jederzeit gewährleistet bleiben. Dies ist besonders relevant für die Forschung am Large Hadron Collider (CERN) und dessen Hochluminositätsphase, in der eine Vielzahl von Experimenten durchgeführt wird. Diese Simulationen spielen eine entscheidende Rolle beim Vergleich theoretischer Vorhersagen mit experimentellen Daten und sind ebenfalls von Bedeutung für die Entdeckung neuer physikalischer Phänomene.
Innovative Ansätze zur Simulation
Das Göttinger Team wird KI-Methoden entwickeln, um zentrale Simulationsschritte zu beschleunigen, ohne die Validität der Ergebnisse zu gefährden. Dies wird durch die Schaffung einer modularen Softwarebibliothek erreicht, die stabile Schnittstellen, umfassende Dokumentation und Vergleichstests für etablierte Simulationsprogramme bereitstellt. Diese innovative Herangehensweise verspricht nicht nur eine höhere Effizienz, sondern auch eine qualitativ hochwertigere Forschung.
Ein weiterer wesentlicher Aspekt des Projekts ist die Anbindung an das Campus-Institut Data Science (CIDAS), welches eine wichtige Rolle für die interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Wissensaustausch spielt. Dr. Janßen erhielt zuvor ein CIDAS Fellowship, das ihn bei der Erstellung der Förderanträge unterstützte und die Bedeutung der interdisziplinären Forschung in Göttingen unterstreicht.
Wissenschaftliche Kooperation und Infrastruktur
Die geplanten Arbeiten werden durch die Rechenexpertise und die Infrastruktur der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung in Göttingen (GWDG) unterstützt, einschließlich der NHR-Nord-Ressourcen. Diese Ressourcen sind entscheidend für die Durchführung anspruchsvoller Rechenoperationen und bieten den Wissenschaftlern eine leistungsfähige Plattform zur Entwicklung ihrer KI-Methoden.
Prof. Dr. Sarah Köster, Dekanin der Fakultät für Physik, lobte die Stärke der Forschung an der Universität Göttingen und betonte die Bedeutung von interdisziplinären Projekten. Zudem heben Prof. Steffen Schumann, Direktor des Instituts für Theoretische Physik, die Relevanz der KI-basierten Simulationsmethoden für die theoretische Teilchenphysik hervor. Diese Techniken fördern neue Kollaborationsmöglichkeiten und stärken die Forschungslandschaft in Niedersachsen.
