Greifswald setzt auf Fahrradfreundlichkeit: Neues Projekt für nachhaltige Mobilität!
In einem ehrgeizigen Schritt zur Förderung nachhaltiger Mobilität hat die Universitäts- und Hansestadt Greifswald in Zusammenarbeit mit der Universität Greifswald und der Universitätsmedizin Greifswald das Projekt „GEKLIB – Gesundheit und Klima in Bewegung“ ins Leben gerufen. Mit einer Förderung von rund 3,5 Millionen Euro aus der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit wird das Projekt bis Ende 2029 laufen. Ziel ist es, den Radverkehr in der Stadt sicherer, komfortabler und attraktiver zu gestalten, um so mehr Menschen zu motivieren, im Alltag das Fahrrad zu nutzen, so berichtet uni-greifswald.de.
Die geplanten Maßnahmen zur Verbesserung der Fahrradachse zwischen der Innenstadt, Wohngebieten und dem Elisenhain umfassen eine fahrradfreundliche Umgestaltung von Knotenpunkten, die Verbreiterung und Beleuchtung von Wegen sowie die Erneuerung von Fahrbahndecken. Zusätzlich werden digitale Fahrradzählsysteme angeschafft, um die Nutzung und Sicherheit des Radverkehrs zu verbessern. Zudem sind an Standorten der Universität und Universitätsmedizin Investitionen in sichere Fahrradabstellanlagen, abschließbare Fahrradboxen und E-Bike-Ladestationen mit Photovoltaik-Unterstützung vorgesehen.
Gesundheit und Umwelt im Fokus
Das GEKLIB-Projekt setzt auch auf Information, Beteiligung und praktische Angebote. Mobilitätsaktionstage, Reparaturworkshops, gemeinsame Fahrradtouren sowie Kommunikationskampagnen zu Gesundheit, Klimaschutz und nachhaltiger Mobilität sind wesentliche Bestandteile des Vorhabens. Eine öffentliche Auftaktveranstaltung ist für den 8. Juli 2026 im Bürgerschaftssaal des Greifswalder Rathauses geplant. Interessierte Bürger können sich dort umfassend über die Initiative informieren und aktiv am Prozess teilnehmen.
Das Projekt ist Teil eines größeren Trends in Greifswald, wo am 2. November 2023 ein Nachhaltigkeitsbündnis gegründet wurde, das sieben bedeutende lokale Institutionen umfasst, darunter die Stadtverwaltung und die Universität Greifswald. Dieses Bündnis hat sich das Ziel gesetzt, die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen in ihrem Wirkungskreis umzusetzen und strebt eine klimaneutrale Stadt bis 2035 an. Besondere Herausforderungen sind der Ausbau nachhaltiger Mobilität, die städtische Wärme- und Stromversorgung sowie die Anpassung an den Klimawandel, wie berichtet sw-greifswald.de.
Die Stadt hat bereits eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie und wird vollständig mit Ökostrom versorgt. Geplante Maßnahmen umfassen auch neue Radwege und eine verbesserte Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge. Die Vernetzung aller Beteiligten soll den Wissensaustausch fördern und gemeinsam Lösungen entwickeln, um die Lebensqualität in Greifswald weiter zu steigern.
Radverkehr als klimafreundliche Alternative
Das Engagement für den Radverkehr ist nicht nur eine lokale Initiative, sondern passt auch in einen bundesweiten Ansatz zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen. Der Verkehr war 2023 für über 22 % der bundesweiten Emissionen verantwortlich. Der Verlagerung von Pkw-Fahrten auf umweltfreundliche Verkehrsmittel kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Radfahren verursacht keine schädlichen Klimagase und hat das Potenzial, jährlich erhebliche Mengen an CO2-Emissionen einzusparen. Eine Person, die täglich 5 km mit dem Rad zur Arbeit fährt, könnte im Jahr rund 365 kg CO2-Emissionen vermeiden, wie das Umweltbundesamt feststellt.
Mit über 40 % der Autofahrten, die kürzer als 5 km sind, bietet sich das Fahrrad als ideales Verkehrsmittel für Kurzstrecken an. Angesichts der urbanen Herausforderung der Bodenversiegelung und des Verkehrsraums ist es wichtig, den Anteil des Radverkehrs zu erhöhen. Radfahren ist nicht nur eine umweltschonende Fortbewegungsart, sondern auch ein wirksames Mittel, um den Lärm in den Städten zu reduzieren und die gesundheitlichen Bedingungen der Anwohner zu verbessern.
