Die Universität Greifswald setzt ihre ambitionierte Forschung zu gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Entwicklungen im Ostseeraum fort. Mit einer Förderzusage des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) in Höhe von 3,6 Millionen Euro startet das Projekt „Resilienter Ostseeraum“, das von Juni 2026 bis Mai 2030 laufen wird. Ziel ist es, die Widerstandsfähigkeit der Region gegenüber globalen Herausforderungen zu stärken.

Das neue Projekt baut auf den Ergebnissen des vorherigen Forschungsprojektes „Fragmentierte Transformationen“ (FragTrans) auf, das von 2021 bis 2026 mit 9,2 Millionen Euro gefördert wurde. FragTrans untersuchte verschiedene gesellschaftsrelevante Änderungen im Ostseeraum, die seit dem Ende des Kalten Krieges stattgefunden haben.

Forschungsziele und interdisziplinärer Ansatz

Ein zentrales Element des neuen Projekts ist die Schaffung dauerhafter Forschungs- und Transferstrukturen, die Wissenschaft, Politik und Gesellschaft miteinander vernetzen sollen. Geplant ist ein umfassender Ostseemonitor, der aktuelle Informationen zur Stärkung der gesellschaftlichen Resilienz bereitstellt. Zudem wird ein bestehendes Geoportal kontinuierlich mit neuen Erkenntnissen zur Entwicklung der Region ergänzt.

„Das Interdisziplinäre Forschungszentrum Ostseeraum (IFZO) fördert die Zusammenarbeit aller Fachbereiche der Universität Greifswald, einschließlich der Universitätsmedizin, um komplexe ökologische, politische, gesellschaftliche und kulturelle Fragestellungen der Region zu untersuchen“, erklärt Prof. Dr. Michael North, Sprecher des IFZO. Der interdisziplinäre Ansatz, der Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften umfasst, fördert die Entwicklung praxisnaher Werkzeuge und Handlungsempfehlungen.

Verstärkung der Forschungskompetenz

Die Förderung durch den Bund stärkt die Position der Universität Greifswald als führender Standort für interdisziplinäre Ostseeraumforschung. Prof. North hebt hervor, dass die Forschungsergebnisse nicht nur wissenschaftlich relevant sind, sondern auch direkte Auswirkungen auf die Gesellschaft und politischen Entscheidungsprozesse haben sollen. Der „Greifswalder Ansatz“ wird durch interdisziplinäre „Begegnungsräume“ verwirklicht, die neue Vermittlungskonzepte entwickeln.

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Für die kommenden Jahre sind gezielte Policy Briefs und Exkursionen für Politik und Verwaltung geplant, um die Erkenntnisse der Forschung direkt in gesellschaftliche Diskurse einzubringen. Das IFZO wird dabei auch von weiteren Förderungen unterstützt, um umfassende Analysen der Region durchzuführen und die Sichtbarkeit aktueller Forschung in Politik und Gesellschaft zu erhöhen.

Die Forschungsrichtungen des IFZO sind vielfältig: Sie reichen von der Analyse der Klimaveränderungen in der Ostsee über sicherheitspolitische Fragestellungen bis hin zur Untersuchung kultureller Erbstücke und deren Bedeutung für die Identität der Region. Zusätzlich wird durch ein jährliches Fellowship-Programm die Möglichkeit geboten, mit Expert*innen zusammenzuarbeiten und innovative Forschungsprojekte zu entwickeln.

Insgesamt verdeutlicht das Projekt „Resilienter Ostseeraum“ die Bedeutung der nachhaltigen Entwicklung und den Schutz dieses einzigartigen geografischen und politischen Raumes, der sowohl Herausforderungen als auch Potentiale birgt, wie auch uni-rostock.de berichtet. Die kontinuierliche Forschungsarbeit am IFZO wird somit weiterhin entscheidend zur wissenschaftlichen Expertise im Ostseeraum beitragen.

Für die Universität Greifswald bedeutet dieser Schritt nicht nur eine Festigung ihrer Rolle in der regionalen Forschung, sondern auch eine Chance, internationale Akteure für die Themen rund um den Ostseeraum zu mobilisieren, wie es ifzo.uni-greifswald.de hervorhebt.