Am 16. Juli 2026 wurden Prof. Dr.-Ing. Sabine Hansmann und Güren Tan Dinga, M. Sc., im Rahmen eines festlichen Senatsempfangs im Lichthof der Staats- und Universitätsbibliothek mit dem Hamburger Lehrpreis 2026 ausgezeichnet. Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal überreichte die begehrte Auszeichnung, die jährlich für herausragende Lehre, innovative Lehrmethoden und neue Vermittlungskonzepte verliehen wird. Nominierungsvorschläge stammen hierbei von der Studierendenschaft der Hamburger Hochschulen, und in diesem Jahr wurden insgesamt 18 Dozierende von sechs staatlichen Institutionen geehrt. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert, eine Anerkennung für außergewöhnliche pädagogische Leistungen.

Prof. Dr.-Ing. Sabine Hansmann ist an der HafenCity Universität Hamburg in den Bachelor- und Masterstudienprogrammen Architektur tätig. Ihre Lehrmethoden begeistern und inspirieren die Studierenden, die sie sowohl aus dem Fachschaftsrat Architektur als auch aus den Studiengängen Stadtplanung und Urban Design vorschlugen. Hansmanns Lehrveranstaltungen decken ein breites Spektrum ab, dazu gehören wissenschaftliches Arbeiten, Architektur und Gesellschaft, sowie Reallabore und Symposien. Ihre Studierenden schätzen die Einbindung unterschiedlicher Perspektiven und die Förderung eines kritischen, interdisziplinären Ansatzes in ihren Kursen.

Innovative Lehrmethoden und gesellschaftliche Relevanz

Auch Güren Tan Dinga, M. Sc., wurde für seine Leistungen als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Geodäsie und Geoinformatik ausgezeichnet. Dinga lehrt an der HafenCity Universität in Veranstaltungen wie GIT-Projekt, GIS-Programmierung und Geodatenmodellierung im Masterstudienprogramm. Seine Lehransätze kombinieren fachliche Exzellenz mit didaktischer Sensibilität. Er legt Wert auf die Förderung von analytischem Denken und wissenschaftlichem Arbeiten, insbesondere bei der Behandlung gesellschaftlich relevanter Fragestellungen.

Die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG) verleiht den Hamburger Lehrpreis, wobei die eingereichten Nominierungsvorschläge von einer Jury bewertet werden, die die fachliche und didaktische Kompetenz der Nominierten im Blick hat.

Der Kontext zeitgemäßer Hochschullehre

Aktuelle Entwicklungen in der Hochschulbildung werden in der Analyse „Next-Level Lehre“ beleuchtet, die vom Hochschulforum Digitalisierung und dem CHE Centrum für Hochschulentwicklung veröffentlicht wurde. Diese Analyse basiert auf einer umfassenden Professor*innenbefragung, die im Zeitraum von Wintersemester 2022/23 bis 2024/25 durchgeführt wurde. Ziel ist es, ein differenziertes Bild der Lehrrealität an deutschen Hochschulen zu schaffen. Dabei wird betont, dass Hochschulen nicht nur Fachwissen, sondern auch so genannte Future Skills wie kritisches Denken, Teamfähigkeit und Problemlösungskompetenz fördern sollen.

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Die Befragung umfasste 9.340 Professor*innen aus 30 verschiedenen Fächern an Universitäten, Fachhochschulen und Dualen Hochschulen. Acht verschiedene Lehr- und Lernformate wurden untersucht, darunter klassische Lehre, problem- und projektbasiertes Lernen, Gamification und Flipped Classroom. Die Ergebnisse zeigen, dass problem- und projektbasiertes Lernen insbesondere in den Bereichen Architektur, Geographie und Wirtschaftsinformatik weit verbreitet ist. Gleichzeitig wird deutlich, dass über die Hälfte der Professor*innen ihre Vorlesungen mit interaktiven Elementen wie Gruppenarbeiten oder Online-Quizzen ergänzen.

Obwohl innovative Lehrmethoden zunehmend Anwendung finden, zeigen die Ergebnisse auch, dass es noch Potenzial für den Einsatz von Formaten wie Gamification und Flipped Classroom gibt. Dies bietet Lehrenden wertvolle Impulse zur Verbesserung ihrer Lehransätze, indem sie praxisnahe Projektarbeiten und interaktive Szenarien integrieren.

Prof. Dr.-Ing. Sabine Hansmann und Güren Tan Dinga stehen beispielhaft für eine neue Generation von Lehrenden, die durch ihre besondere Didaktik und ihren gesellschaftlichen Fokus die Bildungslandschaft an deutschen Hochschulen bereichern.