An der Julius-Maximilians-Universität Würzburg bleibt am 3.10.2026 ein Wunsch offen: Den Titel als Exzellenzuniversität hat die JMU in der aktuellen Runde der bundesweiten Exzellenzstrategie nicht erhalten. Die Enttäuschung darüber war bei der Bekanntgabe spürbar – auch bei Oberbürgermeister Martin Heilig, der die Entscheidung per Livestream in der Neuen Universität gemeinsam mit der Hochschulleitung und weiteren Unterstützern verfolgte.

In den vergangenen Monaten hatten Stadt und Universität gemeinsam an der Bewerbung gearbeitet. Entsprechend groß waren die Hoffnungen. Nach dem langen Bewerbungsverfahren blieben nun Leere und Enttäuschung, sagte Heilig. Gleichzeitig betonte er, in Würzburg sei ein „Exzellenzspirit“ entstanden. Dafür dankte er auch der Staatsregierung und insbesondere Wissenschaftsminister Markus Blume für deren Unterstützung.

Wissenschaft war in der ganzen Stadt zu sehen

Der Exzellenzgedanke sei nicht auf den Campus beschränkt geblieben. Beflaggungsaktionen, kostenlose Wissenschaftsführungen, Ausstellungen zur Innovationslandschaft und Stadtentwicklung sowie weitere Veranstaltungen und Projekte hätten Wissenschaft im Stadtgebiet erlebbar gemacht. Wer durch Würzburg ging, konnte ihr also auch außerhalb der Universität begegnen – manchmal geplant, manchmal eher nebenbei.

Für Heilig ist das mehr als ein kurzfristiger Effekt der Bewerbung. Die Verbindung zwischen Stadt und Universität soll weiter gestärkt werden. Entstandene Ideen, Netzwerke und Projekte könnten als Grundlage dienen, Würzburg als Wissenschafts- und Innovationsstandort in Nordbayern weiterzuentwickeln.

Eine Stärke der Stadt sieht der Oberbürgermeister in ihrer Größe: Würzburg ist international sichtbar und zugleich kompakt genug, damit Zusammenarbeit unkompliziert funktioniert. Neue Ideen entstünden häufig bei informellen Begegnungen – in Cafés, auf Universitätsfluren oder bei kulturellen Veranstaltungen. Nicht unbedingt am Konferenztisch also. Manchmal reicht offenbar ein Kaffee und ein zufälliges Gegenüber.

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Zwei Cluster, aber kein Universitätstitel

Ganz ohne Erfolg ist die JMU aus dem Wettbewerb nicht hervorgegangen. Die Exzellenzstrategie ist ein Programm von Bund und Ländern, das wissenschaftliche Spitzenleistungen und Forschungskooperationen an Universitäten fördert. Ihre Förderlinien heißen Exzellenzcluster und Exzellenzuniversitäten.

Für die Förderperiode 2026–2032 erhält die JMU zwei Exzellenzcluster: das neue Forschungsprojekt NUCLEATE und die Fortsetzung des Exzellenzclusters ctd.qmat. Damit eröffnet sich der Universität der Weg zur Bewerbung als Exzellenzuniversität. Die Bewerbung um diesen Titel war in dieser Runde allerdings nicht erfolgreich.

Seit Beginn des Exzellenzwettbewerbs war die JMU in allen Förderrunden erfolgreich. Ihre Beteiligung betrachtet sie weiterhin als wichtigen Antrieb für die Universitätsentwicklung. Der Titel fehlt, die Forschungsförderung bleibt dennoch konkret – und zwar über sieben Jahre.

Wer über die Anträge entscheidet

Über Antragsskizzen und Anträge im Rahmen der Exzellenzstrategie entscheiden das Committee of Experts und die Exzellenzkommission. Dem Committee of Experts gehören 39 ausgewiesene Forschende aus verschiedenen Wissenschaftsgebieten an; gemeinsam repräsentieren sie das gesamte Disziplinenspektrum.

Die Mitglieder bringen außerdem langjährige Erfahrungen etwa im Ausland, im Hochschulmanagement, in der Lehre oder in der Wirtschaft mit. Der oder die Vorsitzende des Wissenschaftsrats sowie der Präsident oder die Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft gehören dem Gremium ohne Stimmrecht an und führen gemeinsam den Vorsitz.

Das Committee of Experts legt Förderbedingungen fest, bewertet Skizzen und Anträge auf Grundlage fachwissenschaftlicher Begutachtungen und gibt Förderempfehlungen an die Exzellenzkommission ab. Es entscheidet zudem, welche Skizzen zur Antragstellung berechtigen, und bewertet die Ergebnisse der Evaluation von Exzellenzuniversitäten.

In der Exzellenzkommission sitzen das Committee of Experts sowie die für Wissenschaft zuständigen Ministerinnen und Minister des Bundes und der Länder. Auf Grundlage der Empfehlungen des Expertengremiums entscheidet sie über die Förderung von Exzellenzclustern und Exzellenzuniversitäten. Weitere Informationen bietet die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz auf ihrer Webseite zur Exzellenzstrategie.