In Niedersachsen ist Künstliche Intelligenz (KI) mittlerweile ein Teil des alltäglichen Lebens. Doch wie stark ist sie tatsächlich im Bewusstsein der Bevölkerung angekommen? Laut einer aktuellen Studie, die auf dem Niedersachsenpanel mit 4.388 Teilnehmern basiert, nutzt etwa 43,6 % der Befragten KI regelmäßig für verschiedene alltägliche Aufgaben. Diese Nutzung ist besonders bei den 18- bis 34-Jährigen ausgeprägt, wo der Anteil auf 61,2 % ansteigt. Im Vergleich dazu verwenden nur 31,5 % der über 54-Jährigen KI in ihrem Alltag. Der Einfluss der Technologie auf die Gesellschaft scheint hauptsächlich positiv wahrgenommen zu werden, da 67,5 % der Befragten überzeugt sind, dass die Gesellschaft von einer Zukunft mit KI profitieren wird.

Die Wahrnehmung der Vorteile von KI ist jedoch nicht universell. Ein beachtlicher Anteil von 42,6 % empfindet KI als unheimlich. Der Genderaspekt spielt hier eine Rolle: 50,2 % der Frauen und 35,7 % der Männer äußern diese Bedenken. Die Sorgen um Arbeitsplatzverluste durch KI sind gering; lediglich 17,8 % der Befragten machen sich Gedanken darüber. Besonders Frauen und Personen ohne Hochschulabschluss zeigen sich besorgter.

Gesellschaftliche Einstellungen zu Klimawandel und Wirtschaft

Die Sorge um den Klimawandel bleibt in Niedersachsen ebenfalls ein wichtiges Thema. Überraschenderweise bestreiten 14,8 % der Befragten die Existenz des Klimawandels, wobei die Skepsis je nach Geschlecht, Bildungshintergrund und politischer Ausrichtung variiert. Trotz dieser Ablehnung befürworten 83,4 % der Befragten, dass die Wirtschaft klimaneutral werden muss. Gleichzeitig zeigen 65,0 % ein schlechtes Informationsgefühl über den CO2-Preis; nur 41,5 % wissen, dass sie für selbst verursachtes CO2 zur Kasse gebeten werden.

Das Niedersachsenpanel erfasst seit längerer Zeit die Einstellungen, Präferenzen und das Verhalten der Bevölkerung. Dabei werden signifikante Unterschiede nach Alter, Geschlecht, Bildung und politischer Orientierung erkennbar. Weitere Studien aus dem Forschungsprojekt „Verhaltensökonomik und gesellschaftliche Transformation“ möchten ein besseres Verständnis gesellschaftlicher Prozesse entwickeln und praktische Empfehlungen für die Politik ableiten. Diese Studien nehmen Einfluss auf Bereiche, die auch die Auswirkungen des Klimawandels und Migration untersuchen, sowie auf das Konsumverhalten und politische Meinungen.

Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit

Der globale Klimawandel hat weitreichende Folgen, von der Erderwärmung über schmelzende Polkappen bis hin zu extremen Wetterereignissen. Menschliche Aktivitäten tragen durch die Freisetzung von Treibhausgasen maßgeblich dazu bei. Der Klimawandel beschäftigt die Gesellschaft seit den 1960er-Jahren. Parallel dazu ist die Rolle der digitalen Medientechnologien, die ebenfalls negative Umweltauswirkungen haben, zunehmend ins Zwielicht geraten.

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Im Zusammenhang mit KI gibt es zwei Perspektiven, die für die Diskussion um Nachhaltigkeit und digitale Technologien wichtig sind: „ICT for Sustainability“ und „Sustainable ICT“. Ersteres bezieht sich auf den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien zur Förderung von Nachhaltigkeit. Letzteres analysiert die ökologischen und sozialen Auswirkungen dieser Technologien. Aktuell haben KI-Systeme in der Entwicklung bisher wenig Fokus auf Nachhaltigkeit. Physische und gesellschaftliche Auswirkungen sind gravierend, da die Gewinnung von Rohstoffen für digitale Technologien erhebliche ökologische und soziale Konsequenzen hat.

Die Diskussion über KI in einem nachhaltigen Kontext unterstreicht die Notwendigkeit, sowohl positive als auch negative Folgen von KI zu bedenkten. Effizienzgewinne in der Anwendung von KI könnten theoretisch den Energieverbrauch senken, jedoch können sogenannte Rebound-Effekte diese Effizienzgewinne gefährden. Daher ist Bildung entscheidend: Sie muss Konzepte hervorbringen, die KI und Nachhaltigkeit zusammenbringen, kritisches Denken schulen und transformativ wirken. Nur so können bestehende Denkmuster hinterfragt und neue Perspektiven entwickelt werden.

Zusammenfassend zeigt sich, dass Niedersachsen vor der Herausforderung steht, KI in eine zukunftsfähige und nachhaltige Entwicklung einzubringen. Diskussionen über Künstliche Intelligenz und deren Rolle in der Gesellschaft müssen daher verstärkt geführt werden, um verantwortungsvolle Wege für morgen zu finden. Dies setzt ein besseres Verständnis und aktive Mitgestaltung durch Bildung voraus.

Detailergebnisse der Studien sind online abrufbar. Weitere Informationen finden Sie bei Leuphana, Niedersachsenpanel und Kubi Online.