Veronika Eyring wird am 1. September 2026 den neu geschaffenen Lehrstuhl „KI für Klima und physikalische Systeme“ an der Universität Tübingen antreten. Diese Position ist Teil der connAIx Research School for Applied AI Baden-Württemberg, für die sie als erste von drei Gründungsdirektorinnen fungiert. Die Universität Tübingen berichtet, dass die Berufungsurkunde von der Rektorin Professorin Dr. Karla Pollmann überreicht wurde.

Eyring leitet derzeit die Abteilung Erdsystemmodell-Evaluation und -Analyse am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und ist Professorin für Klimamodellierung an der Universität Bremen. Ihr Engagement gilt der Verbesserung von Klimamodellen mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Eyring ist darüber hinaus als koordiniert Leitautorin des Sechsten Sachstandsberichts des Weltklimarats anerkannt und wurde für ihre wissenschaftlichen Verdienste mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis (2021) sowie der Blaise-Pascal-Medaille (2026) ausgezeichnet.

Forschungsschwerpunkt und Ziele

Der neue Lehrstuhl hat das langfristige Ziel, KI-Methoden zur Modellierung und Vorhersage komplexer physikalischer Systeme zu entwickeln, insbesondere des Klimasystems. Eyring wird hierbei eine zentrale Rolle spielen, um interdisziplinäre Kooperationen zwischen connAIx und anderen Exzellenzclustern der Universität Tübingen aufzubauen. Der Fokus von connAIx liegt auf der angewandten Künstlichen Intelligenz in Bereichen wie Chipdesign, Robotik, physikalische Systeme, Cybersicherheit und nachhaltige KI.

Eyring und ihr Forschungsteam haben kürzlich einen neuen Ansatz zur Abschätzung des Klimawandels entwickelt. Dieser Ansatz zielt darauf ab, Künstliche Intelligenz in Erdsystem-Modelle zu integrieren. Dabei werden hochauflösende Klimamodelle genutzt, die im Kilometerbereich arbeiten, um präzisere Vorhersagen der Klimawandelauswirkungen zu ermöglichen. Satellitengestützte Erdbeobachtungsdaten spielen dabei eine wesentliche Rolle und sollen die Genauigkeit und Geschwindigkeit von Klimavorhersagen erhöhen. Heise hebt hervor, dass dieser neue Ansatz beabsichtigt, die Grenzen von Klimamodellen zu reduzieren und die Komplexität der Klimadynamik besser darzustellen.

Digitale Zwillinge des Erdsystems

Ein zentrales Element in Eyrings Forschung ist die Entwicklung von digitalen Zwillingen, die physikalisch konsistente Simulationen für „Was-wäre-wenn“-Fragen ermöglichen sollen. Diese digitalen Zwillinge sollen bei der Kalibrierung und Verbesserung globaler Vorhersagemodelle helfen, indem sie die Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre, Ozeanen und Land berücksichtigen. Dies wird als entscheidend angesehen, um realistischere digitale Zwillinge des Erdsystems zu schaffen, die für Klimamodelle essenziell sind.

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Der Ansatz, an dem Eyring beteiligt ist, verbindet nicht nur diverse Skalen und die Komplexität von Prozessen, sondern nutzt auch maschinelles Lernen, um zentrale Klimadynamik-Prozesse präziser darzustellen. Das Max-Planck-Institut für Biogeochemie berichtet über die signifikanten Fortschritte, die durch die Kombination von Satellitendaten und KI erzielt werden sollen. Diese Entwicklungen könnten die Grundlage für die nächsten Generationen von Klimamodellen darstellen.

Eyring steht somit nicht nur an der Spitze eines neuartigen Lehrstuhls, sondern auch an der Wegbereitung einer vollkommen neuen Ära der Klimaforschung, in der Künstliche Intelligenz und moderne Technologien eine Schlüsselrolle spielen werden.