Eva Stukenbrock, Professorin für Umweltgenomik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und Fellow am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie (MPI-EvolBio), hat eine bedeutende Auszeichnung erhalten. Sie wurde in die Leopoldina, Nationale Akademie der Wissenschaften, berufen. Diese Akademie, die im Jahr 1652 gegründet wurde, ist eine der renommiertesten Wissenschaftsgesellschaften in Deutschland und umfasst rund 1700 Mitglieder aus verschiedenen Forschungsbereichen.
Die Leopoldina bietet nicht nur wertvolle, wissenschaftsbasierte Politikberatung, sondern bündelt auch die Expertise ihrer Mitglieder in verschiedenen Disziplinen. Stukenbrock wird ihre Kenntnisse in der Sektion „Organismische und Evolutionsbiologie“ einbringen.
Forschungsschwerpunkte und Relevanz
Die Forschung von Stukenbrock ist auf die genetischen Grundlagen der Anpassungen von Mikroorganismen, insbesondere Pilzen, an pflanzliche Wirte und ihre Umwelt fokussiert. Seit 2014 leitet sie die Forschungsgruppe Umweltgenomik an der CAU und dem MPI-EvolBio. Ein zentraler Aspekt ihrer Arbeit ist die Untersuchung des pflanzenschädlichen Pilzes Zymoseptoria tritici, der als Modellsystem zur Analyse von adaptiver Evolution und Diversifikation dient.
Diese Erkenntnisse sind besonders wichtig für den Schutz von Nutzpflanzen sowie für das Verständnis der Resistenzevolution gegenüber Pestiziden. Stukenbrock hat intensiv die Wechselwirkungen zwischen Wirtspflanzen und Krankheitserregern erforscht und untersucht die Koevolution mikrobieller Gemeinschaften.
Öffentliche Aktivitäten und Kooperationen
Stukenbrocks Expertise wird auch außerhalb der akademischen Welt geschätzt. Sie wird öffentliche Aktivitäten der Leopoldina unterstützen, darunter ein Symposium mit dem Titel „Sensing in the Metaorganism“, das im Frühjahr 2027 in Kiel stattfinden soll.
Ein weiterer wichtiger Beitrag von Stukenbrock ist die Förderung der Zusammenarbeit zwischen der CAU und dem MPI-EvolBio, was dazu beigetragen hat, die Region Kiel als Zentrum der Evolutionsforschung zu etablieren. An diesem Ziel arbeitet sie auch mit der Gründung des „Kiel Plant Center“ (KPC), das Pflanzenforschende in der Kieler Region vernetzt.
Seit 2024 leitet Stukenbrock zudem die DFG-Forschungsgruppe „PlantsCoChallenge“, die sich mit pflanzlichen Anpassungen an den globalen Wandel befasst. Dieses Forschungsprojekt verdeutlicht die Dringlichkeit und Wichtigkeit ihrer Arbeit im Kontext des aktuellen Themas der Biodiversität und Umweltveränderungen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Eva Stukenbrock nicht nur durch ihre Ernennung zur Leopoldina eine bedeutende Anerkennung erhalten hat, sondern durch ihre umfassende Forschung auch wesentliche Beiträge zum Verständnis von Evolution und Ökologie leistet. Sie verbindet Wissenschaft mit praxisnahem Engagement, um Lösungen für die Herausforderungen der Landwirtschaft und des Umweltschutzes zu fördern.