Am 17. April 2026 fanden sich rund 100 Fachkräfte, Verwaltungsvertreter und Wissenschaftler an der Universität Vechta ein, um über die Vergabe von Kita-Plätzen zu diskutieren. Die Veranstaltung, die aus rund 45 Präsenz- und nahezu 60 digitalen Teilnehmern bestand, beleuchtete insbesondere den Zugang für benachteiligte Familien.
Organisiert wurde der Dialog von einer Kooperationsgruppe, bestehend aus dem Pestalozzi-Fröbel-Verband, der Universität Vechta, dem Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) sowie der Bundeselternvertretung KiTa (bevki).
Praktische Ansätze für Kita-Platzvergabe
Im Rahmen der Veranstaltung wurden drei Praxisbeispiele vorgestellt, die innovative Ansätze zur Verbesserung der Kita-Platzvergabe zeigten:
- Réné Beck von der Stadt Barsinghausen erläuterte eine sozialraumorientierte Kita-Platzvergabe, die darauf abzielt, eine bessere Durchmischung und bevorzugten Zugang für armutsgefährdete Familien zu schaffen.
- Die Osnabrücker Fachkräfte Karina Hooper und Karina Kosbab berichteten über kontinuierliche Beziehungsarbeit mit Familien, die dem Bildungssystem distanziert gegenüberstehen.
- Sandra Köper-Jocksch vom nifbe stellte das Konzept der Familienzentren vor, die als niedrigschwellige Brücke zwischen Familien, Kitas und Gemeinden fungieren.
Professorin Dr. Anke König betonte in ihrem Beitrag das große Potenzial an der Schnittstelle von Familie, Kita und Kommune. Sie umriss die Notwendigkeit, den Zugang zur frühkindlichen Bildung zu verbessern und die Teilhabe aller Familien zu stärken.
Langfristige Kooperationsinitiativen
Die Dialogveranstaltung war ein Bestandteil einer längerfristigen Zusammenarbeit zwischen der Universität Vechta und dem Pestalozzi-Fröbel-Verband. Diese Initiative zielt darauf ab, Lösungen für die Herausforderungen in der frühen Bildung zu entwickeln und zu fördern.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil dieser Kooperation ist die geplante Fachtagung mit dem Titel „Bildungslandschaften als Gestaltungsaufgabe: Ganztag zwischen Anspruch und Wirklichkeit“. Diese wird am 24. und 25. September 2026 in Vechta stattfinden. Die Tagung thematisiert den Spannungsfeld zwischen dem bildungspolitischen Anspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter und der aktuellen Versorgungsrealität.
Interessierte haben die Möglichkeit, sich auf eine Vormerkliste für die Tagung setzen zu lassen und somit aktiv an zukünftigen Diskussionen und Entwicklungen im Bildungsbereich teilzunehmen.