In den letzten Jahren zeigen sich in Europa deutlich spürbare Veränderungen in der Natur, die als Indikatoren für den Klimawandel gelten. Zu diesen Veränderungen gehört das frühzeitige Blühen von Haselsträuchern und das vorzeitige Austreiben von Obstbäumen. Diese phänologischen Anpassungen sind insbesondere temperaturabhängig, was die Bedeutung der Phänologie unterstreicht, die wiederum das Wachstum und die Entwicklung von Pflanzen untersucht. Diese Veränderungen haben weitreichende Auswirkungen auf ökologische Prozesse, Lokalklima, Atmosphärenchemie und die Interaktion zwischen Pflanzen, Insekten und Menschen, wie ku.de berichtet.

Ein neues Forschungsprojekt an der Universität Eichstätt-Ingolstadt mit dem Titel „REPHASE – Reproduktion, Phänologie und Saisonalität im europäischen Vergleich“ zielt darauf ab, diese Aspekte eingehender zu untersuchen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Susanne Jochner-Oette, die die Professur für Physische Geographie und Landschaftsökologie innehat, wird das Projekt durch die Eva Mayr-Stihl Stiftung bis Ende 2028 gefördert. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Lisa Buchner gehört ebenfalls zum Projektteam.

Ziele und Methoden des Projekts

Das Projekt REPHASE knüpft an das Netzwerk der Internationalen Phänologischen Gärten Europas (IPG) an, das mittlerweile fast 100 Standorte in 18 Ländern, von Finnland bis Portugal, umfasst. Die wissenschaftliche Leitung des IPG liegt seit 2023 in den Händen von Jochner-Oette. Ziel des Projekts ist die Verknüpfung von Phänologie und Pflanzenphysiologie. Hierbei werden Bäume mit Dendrometern ausgestattet, um die Umfangsänderungen des Stamms zu erfassen, da das Dickenwachstum als wichtiger Indikator für die Länge der Vegetationsperiode dient.

Zusätzlich werden Temperatur- und Feuchtigkeitsmessgeräte an den Pflanzen installiert, um präzise Messdaten zu erfassen. Diese Daten werden anschließend zur Analyse nach Eichstätt gesendet. Ein zentraler Aspekt des Projekts ist der Vergleich der Vegetationsperioden innerhalb Europas, um die Anpassungsfähigkeit der Bäume zu untersuchen. Darüber hinaus wird die Reproduktionsökologie, insbesondere in Mastjahren, untersucht. Hierbei werden Dendrometer-Messungen mit der Menge produzierter Samen verglichen.

Fokus auf Buchen

Ein besonderer Fokus liegt auf Buchen, da diese Baumart an vielen IPG-Standorten verbreitet ist. Das Sample umfasst rund 20 Standorte mit vier unterschiedlichen Genotypen der Buche sowie zehn Bäumen in Eichstätt. Die Ergebnisse dieser detaillierten Untersuchungen sollen dazu beitragen, die Auswirkungen des Klimawandels auf Waldbäume besser zu verstehen und Grundlagen für Anpassungsstrategien in der Forstwirtschaft zu schaffen.

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Zur Stärkung des Netzwerks und um den Austausch unter den IPG-Kollegen zu fördern, ist ein Workshop in Eichstätt geplant. Die Eva Mayr-Stihl Stiftung, die das Projekt fördert, wurde 1986 gegründet und engagiert sich in den Bereichen Wissenschaft, Forschung, Medizin, Kunst und Kultur.