Heute, am 30. September 2026, richtet sich der Blick auch an der Uni Würzburg nach München: Deutschland spielt am Donnerstag um 20.45 Uhr in der Allianz Arena gegen Serbien. Es ist das 1044. Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft – und eines mit ordentlich Spannung im Gepäck.

Nach dem 0:1 gegen Griechenland ist das DFB-Team seit vier Spielen ohne Sieg. Der bislang letzte Erfolg gelang beim 2:1 gegen die Elfenbeinküste im zweiten WM-Gruppenspiel in Toronto. Die Gesamtbilanz steht bei 602 Siegen, 216 Unentschieden und 225 Niederlagen.

Klopps Auftakt und die Geduld der Statistik

Bundestrainer Jürgen Klopp konnte seine ersten beiden Länderspiele nicht gewinnen: Auf ein 1:1 in den Niederlanden folgte das 0:1 im Heimspiel gegen Griechenland. Seit Helmut Schön ist Klopp damit der erste Bundestrainer mit einem solchen Auftakt. Sollte Deutschland auch gegen Serbien sieglos bleiben, wäre Klopp der erste DFB-Cheftrainer, der keines seiner ersten drei Länderspiele gewinnt.

Auch in der Nations League wartet Deutschland seit fünf Partien auf einen Erfolg. Der bislang letzte Sieg war das 2:1 im Viertelfinal-Hinspiel gegen Italien am 20. März 2025 in Mailand. Am dritten Spieltag der aktuellen Gruppenphase geht Deutschland mit einem Punkt in die Partie, Serbien steht noch ohne Zähler da. Die Serben verloren ihre ersten beiden Spiele gegen Griechenland und die Niederlande jeweils mit 1:2. Deutschlands Nations-League-Bilanz: acht Siege, 13 Unentschieden und sieben Niederlagen.

Zum vierten Mal treffen Deutschland und Serbien in diesem Wettbewerb aufeinander. Bisher gab es einen deutschen Sieg, ein Unentschieden und eine Niederlage. Die einzige Pflichtspielniederlage kassierte Deutschland bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika – 0:1 in der Gruppenphase. Miroslav Klose sah damals die Gelb-Rote Karte.

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Neue Elf, bekannte Namen und ein Debüt im Tor

Nach der Niederlage gegen Griechenland plant Klopp eine nahezu komplett neue Mannschaft; voraussichtlich wird die Startelf vollständig verändert. Bayern-Torhüter Jonas Urbig soll in München gegenüber Finn Dahmen und Noah Atubolu den Vorzug erhalten und vor heimischem Publikum sein DFB-Debüt geben. Mindestens einer der drei wird ohnehin erstmals für Deutschland in der Allianz Arena zwischen den Pfosten stehen: Alle drei kamen bislang noch nicht zum Einsatz.

Zum zweiten Teil von Klopps erweitertem Aufgebot gehören 25 Spieler. Neun von ihnen haben noch kein Länderspiel bestritten. Neben Urbig könnten auch Vitaly Janelt vom FC Brentford und Kölns Said El Mala erstmals für Deutschland spielen. Janelt könnte den abgereisten Kapitän Joshua Kimmich auf der Sechserposition ersetzen.

Als erfahrene Kräfte werden Ridle Baku und David Raum auf den Außenverteidigerpositionen sowie Waldemar Anton und Nico Schlotterbeck in der Innenverteidigung erwartet. Im 4-3-3-System sind Aleksandar Pavlovic und Florian Wirtz für die offensiveren Mittelfeldpositionen vorgesehen. Lennart Karl und Said El Mala sollen voraussichtlich über die Flügel kommen. Im Sturm ist Jonathan Burkardt eine Möglichkeit; gegen Griechenland war er eingewechselt worden. Nick Woltemade bleibt eine Alternative im Angriff.

Der erfahrenste Spieler im Kader ist Serge Gnabry mit 61 Länderspielen. Dahinter folgen Florian Wirtz mit 46 und David Raum mit 39 Einsätzen. Gnabry führt auch die interne Torschützenliste an: 26 Treffer stehen für ihn zu Buche. Wirtz ist mit elf Toren der einzige weitere Spieler mit einer zweistelligen Ausbeute, Nick Woltemade folgt mit vier.

Von Klose bis zum schnellsten Wirtz-Tor

Der Blick in die Statistik reicht weit zurück – manchmal bis an Stellen, an denen Fußballgeschichte fast wie ein altes Mannschaftsfoto wirkt. 55 Spieler standen länger als zehn Jahre für Deutschland auf dem Platz, das sind 5,4 Prozent aller Nationalspieler. Jüngstes Mitglied dieser Gruppe ist Joshua Kimmich.

Lothar Matthäus hält mit 20 Jahren und 6 Tagen zwischen 1980 und 2000 den Rekord für die längste Nationalmannschaftskarriere; außerdem kommt er auf die meisten Einsätze: 150. Fritz Walter spielte 17 Jahre und 345 Tage für Deutschland und kam auf 61 Spiele, Manuel Neuer auf 17 Jahre und 27 Tage sowie 128 Einsätze. Adolf Jäger brachte es auf 16 Jahre und 190 Tage bei 18 Spielen, Uwe Seeler auf 15 Jahre und 328 Tage bei 72 Partien. Toni Kroos und Thomas Müller waren jeweils 14 Jahre und 125 Tage Nationalspieler.

Sieben Spieler wurden Weltmeister, nachdem sie bereits länger als zehn Jahre Nationalspieler gewesen waren: Fritz Walter 1954, Wolfgang Overath 1974, Lothar Matthäus 1990 sowie Miroslav Klose, Philipp Lahm, Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger 2014. Für Klose, Lahm und Overath war das jeweilige WM-Finale zugleich das letzte Länderspiel.

21 deutsche Nationalspieler waren bei ihrem letzten Länderspiel älter als 35 Jahre, darunter sieben Torhüter. Manuel Neuer verabschiedete sich mit 40 Jahren und 94 Tagen, Matthäus mit 39 Jahren und 91 Tagen, Jens Lehmann mit 38 Jahren und 232 Tagen, Fritz Walter mit 37 Jahren und 236 Tagen und Oliver Kahn mit 37 Jahren und 23 Tagen. Matthäus ist der älteste eingesetzte Feldspieler, Neuer der älteste eingesetzte Spieler überhaupt.

Späte Debüts gab es ebenfalls: 40 Spieler liefen erstmals im Alter von mindestens 30 Jahren auf, bei 14 blieb es beim einzigen Länderspiel. Karl Sesta debütierte mit 35 Jahren und 83 Tagen, Matthias Mauritz mit 34 Jahren und 188 Tagen, Oliver Baumann mit 34 Jahren und 134 Tagen. Umgekehrt waren 108 Spieler bei ihrem Debüt noch nicht volljährig, 15 davon jünger als 19 und vier jünger als 18. Willy Baumgärtner war 17 Jahre und 104 Tage alt, Marius Hiller 17 Jahre und 241 Tage, Uwe Seeler 17 Jahre und 345 Tage, Youssoufa Moukoko 17 Jahre und 361 Tage. Nur Franz Beckenbauer absolvierte als Minderjähriger sein Debüt und kam später auf mehr als 100 Länderspiele.

Die meisten Spieler debütierten mit 24 Jahren; für etwa ein Viertel blieb es bei diesem einen Auftritt. 36 Spieler spielten neben Deutschland noch für eine weitere Nationalmannschaft – wegen Auswanderung, Staatswechseln oder politischer Veränderungen nach dem Zweiten Weltkrieg. Marius Hiller lief später zusätzlich für Argentinien auf, Jermaine Jones wechselte zur US-Nationalmannschaft und Roman Neustädter zu Russland.

68 Spieler kamen insgesamt auf weniger als 90 Minuten für Deutschland, 38 davon nur einmal. Bernd Martin hält mit zwei Minuten die kürzeste Einsatzzeit. Beim Toreschießen war Marius Hiller mit 17 Jahren und 241 Tagen der jüngste deutsche Torschütze. Jamal Musiala erzielte sein erstes Tor mit 18 Jahren und 227 Tagen in einem WM-Qualifikationsspiel. Fritz Walter traf in seinem ersten Länderspiel als jüngster Spieler gleich dreimal, Lukas Podolski ist der jüngste deutsche Spieler mit zwei Toren in einer Partie.

18 Spieler erzielten ihr letztes Länderspieltor nach ihrem 33. Geburtstag. Lothar Matthäus war dabei 38 Jahre und 128 Tage alt, Richard Kreß 36 Jahre und 198 Tage, Miroslav Klose 36 Jahre und 29 Tage und Fritz Walter 35 Jahre und 207 Tage. Klose ist Deutschlands Rekordtorschütze: Mit 35 Jahren und 362 Tagen erzielte er sein 69. Länderspieltor und überholte damit Gerd Müller. Müller wiederum schoss die meisten Tore vor seinem 30. Geburtstag – 68.

50 Spieler erzielten in mindestens einem Spiel drei oder mehr Tore, 16 schafften das in mindestens zwei Partien. Gerd Müller führt auch diese Liste mit acht Dreierpacks in insgesamt 28 Toren an, vor Edmund Conen und Richard Hofmann mit jeweils fünf. Klose erzielte vier Dreierpacks. Müller ist der einzige Spieler mit Dreierpacks in zwei aufeinanderfolgenden Spielen, während Richard Hofmann dies in fünf aufeinanderfolgenden Jahren gelang. Verloren hat Deutschland kein Spiel mit einem deutschen Dreierpack; fünf dieser Partien endeten unentschieden.

Ein Spiel, viele Nebenlinien

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