Am 30. April 2026 wurde Dr. Angelika Feldmann für ihre herausragenden Arbeiten in der Krebsforschung mit dem renommierten Hella Bühler-Preis ausgezeichnet. Der Preis, der an Nachwuchswissenschaftler der Universität Heidelberg oder in Kooperation stehende junge Forscher vergeben wird, hat zum Ziel, die Preisträger in der frühen Karrierephase in der Krebsforschung zu unterstützen. Dr. Feldmann, die seit 2021 am Deutschen Krebsforschungszentrum als Leiterin einer Helmholtz-Nachwuchsgruppe arbeitet, erforscht insbesondere den Mechanismus des „Enhancer Hijacking“, der zur Aktivierung von Onkogenen führt, welche unkontrolliertes Zellwachstum verursachen können. Ihre Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Daniel Niopek vom Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie der Universität Heidelberg spielt eine zentrale Rolle in diesen Forschungen.

Enhancer sind DNA-Elemente, die bei der Aktivierung von Genen entscheidend sind. Sie binden an Promotoren, um die Genaktivität zu steuern, auch wenn sie sich viele tausend Basenpaare entfernt befinden. Dr. Feldmann untersucht, ob und wann physische Kontakte zwischen diesen Elementen notwendig sind, um Gene fälschlich zu aktivieren oder deren Aktivität zu verstärken. Diese Forschungsfragen sind von immenser Bedeutung, da sie helfen könnten, die übermäßige transkriptionale Aktivierung von Onkogenen besser zu verstehen, was zur Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze führen könnte. Die Rektorin der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Frauke Melchior, eröffnete die Veranstaltung zur Verleihung des Preises, bei der Dr. Feldmann Einblicke in ihre Forschung gab.

Feldmanns Forschung im Detail

Dr. Feldmanns Studien umfassen auch die Arbeit mit verschiedenen Zelllinien, darunter solche aus Prostatakrebs (zum Beispiel LNCaP und VCaP) und Brustkrebs (wie MCF7). Ihre Projekte beinhalten hochmoderne Methoden zur Analyse von chromosomalen Interaktionen, die zeigen, wie Enhancer mit Promotoren in verschiedenen Krebsarten interagieren. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Analyse der HiChIP-Assays, um die genetische Bindung und die Transkriptionsfaktoren (TFs) in diesen Prozessen zu untersuchen. Dabei setzt sie auf DNA-Footprinting kombiniert mit Sequenzierung, um die Bindung von TFs an Enhancer über große Entfernungen hinweg zu kartieren.

Ein zentrales Element ihrer Forschung ist die Entwicklung neuer Technologien zum Nachweis der gleichzeitigen Bindung von TFs an Enhancer und Promotoren. Diese innovative Herangehensweise wird durch spezifische Experimente unterstützt, die sowohl hormoninduzierte Genaktivierung als auch Entwicklungsstadien von Drosophila umfassen. In Drosophila finden sich die meisten Enhancer innerhalb von sieben Kilobasen von ihrem Zielpromotor, was bei der Analyse ihrer Funktionsweise von Bedeutung ist.

Förderung und Ausblick

Das Projekt von Dr. Feldmann wird seit 2023 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und trägt die Projektnummer 522185250. Sie konzentriert sich dabei auf die Bindung von Transkriptionsfaktoren an Enhancer, die für die Zellidentität während der Entwicklung notwendig sind. Ihre Forschung könnte nicht nur grundlegende Einsichten in die Genaktivierung während der Entwicklung liefern, sondern auch Mechanismen aufzeigen, die bei der Entstehung von Krebs eine Rolle spielen.

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Die Kombination aus Grundlagenforschung und praktischen Anwendungen in der Drogenentwicklung macht Dr. Feldmanns Arbeiten wegweisend für die Krebsforschung in Deutschland und darüber hinaus. Zusammen mit ihren Kollegen hofft sie, neue therapeutische Zielstrukturen zu identifizieren, die den Fortschritt in der Bekämpfung von Krebs beschleunigen können.

In ihrer Laudatio hob Prof. Niopek die Bedeutung von Dr. Feldmanns Forschung hervor und verwies auf die Dringlichkeit, die Zusammenhänge zwischen Enhancer-Aktivität und Krebsentstehung besser zu verstehen. Dies sind bedeutende Schritte in einem Feld, in dem noch viele Fragen offen sind.