Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) steht vor einem entscheidenden Wandel, der am 10. Juni 2026 beim 24. Duisburger KWK-Symposium im Fraunhofer inHaus-Zentrum ausführlich erörtert wird. Fachleute aus Energiewirtschaft, Wissenschaft und Politik werden zusammenkommen, um die zukünftige Rolle der KWK im Strommarktdesign und in der Energieversorgung zu diskutieren. Ziel ist es, die KWK-Anlagen flexibler einzusetzen, um insbesondere Versorgungslücken während Dunkelflauten abzusichern, wie uni-due.de berichtet.
Othmar Verheyen, Mitglied des Vorstands des Bundesverbands Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK), hebt die grundlegende Änderung in der Betriebsweise der KWK-Anlagen hervor, die künftig zunehmend klimaneutrale Alternativen wie Biomethan oder Wasserstoff nutzen sollen. Diese Transformation ist Teil der breiteren Bemühungen, den Einsatz fossiler Brennstoffe zu reduzieren und die Umweltziele Deutschlands zu erreichen, die eine Senkung der Treibhausgasemissionen um 80 bis 95 Prozent bis 2050 vorsehen, wie das Bundeswirtschaftsministerium feststellt.
Innovative Technologien und zukünftige Herausforderungen
Die KWK-Anlagen nutzen verschiedene Techniken zur effizienten Erzeugung von Strom und Wärme. Dazu gehören Dampfturbinen, Gasturbinen, Verbrennungsmotoren und Brennstoffzellen. Der Betrieb dieser Systeme erfordert eine sorgfältige Betrachtung des elektrischen Wirkungsgrads und des Gesamtwirkungsgrads, wie umweltbundesamt.de erklärt. Dabei ist die technische Effizienz der Anlage sowie die Auslegung der Wärmeabnahmeseite entscheidend für die Effizienz der KWK-Systeme.
Einer der Hauptdiskussionspunkte beim Symposium wird die Förderung von Wärmenetzen und die Bedeutung von Fernwärme in der Energiewende sein. Wärmeinfrastrukturen sind zukunftsfähige Lösungen, die viele Gebäude zentral mit Wärme versorgen können. In dicht besiedelten Gebieten könnten Wärmenetze eine optimale Lösung zur Deckung des Wärmebedarfs darstellen.
Die Anwendungsvielfalt der KWK-Anlagen umfasst auch den Einsatz in industriellen Anwendungen. Hier spielen Mikrogasturbinen eine wichtige Rolle. Diese Innovationen sind notwendig, um die Industrie von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien umzustellen und Effizienzmaßnahmen umzusetzen, wobei der Übergang zu erneuerbaren Brennstoffen bis 2050 angestrebt wird.
Zukunft der KWK und ihre Förderung
Die Energiewende erfordert auch eine Anpassung der bestehenden Förderung für KWK-Anlagen. Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) wurde seit 2002 mehrfach novelliert, um die effiziente Erzeugung von Strom und Wärme durch zeitlich befristete Zuschlagszahlungen zu unterstützen. Die letzte Novelle verdoppelte das Fördervolumen auf 1,5 Milliarden Euro pro Jahr, um den Zielen der Flexibilität und Planungssicherheit Rechnung zu tragen.
Die nächste KWK-Ausschreibung, die bereits am 1. Juni 2021 durchgeführt wurde, zeigt das anhaltende Interesse an innovativen KWK-Systemen und den darin enthaltenen Erfahrungen mit erneuerbaren Energien. Die Teilnehmer des Symposiums werden die Herausforderungen und Möglichkeiten der KWK-Anlagen weiter vertiefen und zusammen nach Lösungen suchen, um die Klimaziele erfolgreich zu erreichen.
Für weitere Informationen über diese Entwicklungen steht Othmar Verheyen, Lehrstuhl für Energietechnik, unter der E-Mail-Adresse verheyen@uni-due.de zur Verfügung.