In Niedersachsen starten zum Wintersemester 2026/2027 insgesamt 41 Studierende über die Landarztquote in ihr Medizinstudium. Für diesen Weg waren 45 Studienplätze reserviert – an der Universität Göttingen, der Universität Oldenburg und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Vier Plätze blieben damit zunächst unbesetzt.

Weitere 15 der insgesamt 60 Landarztquotenplätze werden zum Sommersemester 2027 vergeben. Seit der Einführung der Landarztquote vor vier Jahren sind die Bewerberzahlen laut dem Artikel durchgehend hoch und stabil. Hinter dem Modell steht ein klarer Plan: Langfristig sollen mehr Hausärztinnen und Hausärzte für die Versorgung in Niedersachsen gewonnen werden.

60 Plätze, drei Hochschulstandorte

Niedersachsen reserviert jedes Jahr 60 Studienplätze im Fach Humanmedizin für Menschen, die später als Hausärztin oder Hausarzt im ländlichen Raum arbeiten wollen. Die Plätze sind nach Semester und Standort verteilt: In Göttingen gibt es jeweils 15 Plätze zum Winter- und zum Sommersemester, Hannover bietet 18 Plätze zum Wintersemester, Oldenburg 12.

Grundlage ist das 2023 beschlossene „Gesetz zur Verbesserung der flächendeckenden Versorgung in Niedersachsen“. Bewerbungen sind ab 2026 jährlich vom 1. bis 31. Januar möglich. Die Informationen zum Verfahren stellt der Niedersächsische Zweckverband zur Approbationserteilung, kurz NiZzA, unter www.nizza.niedersachsen bereit.

Erst Papierlage, dann Gespräch

In der ersten Auswahlstufe zählen drei Kriterien. Die Note der Hochschulzugangsberechtigung, meist die Abiturnote, macht 30 Prozent aus. Ebenfalls mit 30 Prozent fließt das Ergebnis des Tests für Medizinische Studiengänge (TMS) ein. Den größten Anteil bildet mit 40 Prozent eine einschlägige Berufsausbildung, Berufstätigkeit oder praktische Tätigkeit von bis zu 48 Monaten.

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Nach dem digitalen Antrag beim NiZzA folgt ein strukturiertes Auswahlverfahren durch die Ärztekammer Niedersachsen. In Auswahlgesprächen werden Situationen simuliert, in denen Fähigkeiten gefragt sind, die für eine hausärztliche Tätigkeit wichtig sind. Zuhören, abwägen, ruhig bleiben, wenn es kompliziert wird – im Gespräch zeigt sich oft mehr als in einer Zahl auf einem Zeugnis.

Die 60 besten Bewerberinnen und Bewerber nach dem Auswahlgespräch erhalten einen Studienplatz. Dafür unterschreiben sie mit dem Land Niedersachsen einen öffentlich-rechtlichen Vertrag. Er verpflichtet sie, nach dem Studium und der fachärztlichen Weiterbildung in Allgemeinmedizin zehn Jahre hausärztlich tätig zu sein.

Der spätere Einsatzort ist nicht beliebig

Gearbeitet werden soll in Gebieten, in denen das Land Niedersachsen gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen einen besonderen Bedarf festgestellt hat. Es geht also nicht bloß um einen Studienplatz mit zusätzlicher Bedingung, sondern um eine langfristige Bindung an Regionen, in denen hausärztliche Versorgung gebraucht wird.

Für die 41 neuen Studierenden beginnt nun zunächst der Hochschulalltag: Vorlesungen, Präparierkurs, Prüfungsstress und vermutlich die eine oder andere übervolle Kaffeetasse. Bis aus den Studienanfängerinnen und Studienanfängern Hausärztinnen und Hausärzte werden, dauert es noch. Der Bedarf in Niedersachsens ländlichen Räumen wartet allerdings nicht.