Die Lungentransplantation hat sich als eine lebensrettende Maßnahme für Patienten mit schweren Lungenerkrankungen etabliert. Dennoch bleibt die Verfügbarkeit von Spenderorganen weltweit ein bedeutendes Problem, was die Transplantation zu einem seltenen Eingriff macht. Diese Herausforderung wird durch die hohen Überlebensunterschiede unter den Empfängern erschwert. In diesem Kontext hat die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) ein neues Forschungsprojekt ins Leben gerufen, das sich mit der Verbesserung des Transplantatüberlebens befasst. Laut mhh.de wurde im Jahr 2026 an der MHH die dreitausendste Lunge transplantiert, was einen Meilenstein in der Transplantationsmedizin darstellt.

Die Überlebenszeit nach einer Lungentransplantation hat sich zwar allmählich verlängert, dennoch zeigt die Statistik beunruhigende Fakten: Rund 50% der Transplantierten versterben nach 6-10 Jahren. Die häufigste Todesursache in dieser Gruppe ist die chronische Lungentransplantatdysfunktion, auch bekannt als CLAD. Das Forschungsteam unter der Leitung von PD Dr. Lavinia Neubert und PD Dr. Jan-Christopher Kamp setzt sich zum Ziel, durch die Identifikation von Biomarkern bessere Vorhersagen über den Transplantationserfolg zu treffen.

Fokus auf „Super-Survivors“

Ein besonderes Augenmerk gilt den sogenannten „Super-Survivors“, Patienten, die über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren keine Anzeichen von Transplantatdysfunktion zeigen. Erste Untersuchungen haben eine hohe Anzahl von Alveolarmakrophagen in den Lungenbläschen dieser Gruppe festgestellt. Diese Makrophagen könnten entscheidend dafür sein, die Mechanismen zu verstehen, die zur Transplantattoleranz und zu einem verlängerten Überleben beitragen.

Das Projekt hat am 1. Juni 2026 begonnen und wird über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren durchgeführt. Mit einer Finanzierung von etwa 465.000 Euro, bereitgestellt von Niedersachsen und der Volkswagen-Stiftung im Rahmen der Förderlinie „Seltene Erkrankungen“, soll die Forschung substantielle Fortschritte ermöglichen.

Innovative Methoden zur Untersuchung

Um die biologischen Hintergründe besser zu verstehen, wird das Team Schmerzen und Zellen aus bronchoalveolärer Lavageflüssigkeit beziehungsweise Lungengewebe von Super-Survivors, Transplantierten mit CLAD und gesunden Probanden analysieren. Anwendung finden dabei moderne Techniken wie die Massenspektrometrie zur Untersuchung von Proteinen in Blutplasma und Gewebeproben. Ziel ist die Entwicklung minimalinvasiver Bluttests, die die langfristige Entwicklung des Transplantats vorhersagen können.

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Die enge Zusammenarbeit zwischen mehreren MHH-Instituten und dem Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin bietet eine gezielte Plattform für den interdisziplinären Austausch und die Optimierung der Forschungsergebnisse.

Insgesamt wird dieser Ansatz hoffentlich dazu beitragen, die Überlebensraten und die Lebensqualität von Lungentransplantierten erheblich zu verbessern und somit einen wichtigen Schritt in der Transplantationsmedizin darzustellen.