Mathematische Revolution: 10,7 Millionen Euro für Paderborn und Bielefeld!
Der neue Sonderforschungsbereich/Transregio (SFB/TRR) 358 mit dem Titel „Ganzzahlige Strukturen in Geometrie und Darstellungstheorie“ wird konkret durch die Universitäten Paderborn und Bielefeld getragen. Er zielt darauf ab, ganzzahlige Strukturen in der Mathematik eingehend zu untersuchen, insbesondere in den Bereichen Geometrie, Algebra, Analysis und Zahlentheorie. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt ab Januar 2023 mit rund 10,7 Millionen Euro für die Dauer von vier Jahren. Laut uni-paderborn.de beinhaltet der Transregio einen interdisziplinären Ansatz, in dem 20 Teilprojekte durchgeführt werden, an denen insgesamt 32 Doktorand*innen und 28 Postdoktorand*innen beteiligt sind.
Ein beeindruckendes Merkmal des SFB/TRR 358 ist seine Tiefe und Breite. Die Forscher*innen setzen sich mit der Analyse von Mustern auseinander, die in der Natur und in der Kunst vorkommen. Mit spezifischen Beispielen wie dem Schachbrettmuster und den ornamentalen Pflasterungen des Alhambra-Palasts in Spanien, zeigt die Forschung, wie geometrische Strukturen und mathematische Theorien miteinander verknüpft sind. Diese Pflasterungen basieren auf einer Vielzahl von geometrischen Formen, darunter Dreiecke, Rechtecke und Rauten, wobei die Alhambra 17 verschiedene Ornamentgruppen im zweidimensionalen Raum umfasst. In den drei-dimensionalen Raumübertragungen entstehen sogar 230 Raumgruppentypen, die den Aufbau von Kristallen beschreiben, informiert math.uni-paderborn.de.
Interuniversitäre Zusammenarbeit und Forschungsvielfalt
Die Kooperation zwischen den Universitäten Paderborn und Bielefeld, die in den letzten vier Jahren verstärkt wurde, stellt eine bedeutende Grundlage für diesen speziellen Transregio dar. Professor Dr. Kai-Uwe Bux von der Universität Bielefeld fungiert als Sprecher, während Professor Dr. Igor Burban von der Universität Paderborn die Rolle des stellvertretenden Sprechers übernimmt. Der Transregio vereint insgesamt 23 Professor*innen aus unterschiedlichen mathematischen Fachgebieten und ist der zweite gemeinsame Forschungsbereich dieser Universitäten.
Besonders hervorzuheben ist die Einbindung international renommierter Gastwissenschaftler. Dazu zählen Professorin Dr. Maryna Viazovska von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL), die Trägerin der Fields-Medaille ist, und Professor Dr. Amnon Neeman von der Australian National University, der als ein Pionier im Bereich der triangulierten Kategorien gilt. Diese Fakultäten werden als Mercator-Fellows von der DFG gefördert und bringen wertvolle Expertise in den Forschungsbereich ein, wie auch aktuell.uni-bielefeld.de ergänzt.
Öffentlichkeitsarbeit und Bildung
Ein weiteres wichtiges Element in dem Forschungsverbund ist das Teilprojekt „Ö“, das sich der Wissenschaftskommunikation und dem Austausch mit der Öffentlichkeit widmet. Unter dem Motto „Experience Structures! – Strukturen erleben!“ wird angestrebt, Schüler*innen sowie der breiten Öffentlichkeit den Zugang zu moderner Mathematik zu erleichtern. Hierbei sollen greifbare Objekte, wie 3D-gedruckte Kacheln zur Erzeugung von Symmetrien, verwendet werden. Zusätzlich werden frei verfügbare Lehrmaterialien (OER) entwickelt, die Lehrer*innen und Studierenden zugänglich gemacht werden, hebt uni-paderborn.de hervor.
Durch diese umfangreiche Forschungsinitiative wird erwartet, dass neue Arbeitsgemeinschaften und Seminare entstehen, wodurch Paderborn als Standort für Postdoktorand*innen weiter an Attraktivität gewinnen kann. In der Tat positioniert sich die Universität Bielefeld im DFG-Förderatlas unter den führenden Institutionen im Forschungsfeld Mathematik und zählt im Shanghai-Ranking zu den besten 100 Universitäten weltweit, was die Bedeutung des SFB/TRR 358 nur unterstreicht.
