Medizin-Nobelpreis für Peter Hegemann: Regensburger Forschung machte Zellen lichtempfindlich
An der Universität Regensburg dürfte heute, am 6.10.2026, bei vielen die Freude groß sein: Der Medizin-Nobelpreis 2026 geht an Peter Hegemann, Georg Nagel und Karl Deisseroth. Das teilte das Karolinska-Institut in Stockholm mit. Ausgezeichnet werden ihre Entdeckungen zu lichtgesteuerten Ionenkanälen und zur Optogenetik.
Für die Universität Regensburg ist die Nachricht auch deshalb ein Grund zum Jubeln, weil Hegemann hier lange gelehrt und wichtige Grundlagen seiner Forschung erarbeitet hat. Von 1993 bis 2004 war er Professor für Biochemie an der Uni. Die Professur in Regensburg war seine erste nach der Habilitation in München.
Ein Nobelpreisträger mit Regensburger Vergangenheit
Inzwischen lehrt Peter Hegemann in Berlin. Seine Verbindung zur Domstadt ist aber geblieben: Am 23. Mai 2019 verlieh ihm die Universität Regensburg die Ehrendoktorwürde. Bei dem Symposium zu diesem Anlass nahm auch Karl Deisseroth teil – nun also ebenfalls Nobelpreisträger. Damals konnte wohl niemand wissen, wie prominent dieser gemeinsame Auftritt noch werden würde.
Hegemann veröffentlichte 2002 während seiner Regensburger Zeit den vielzitierten Aufsatz „Channelrhodopsin-1: ein lichtgesteuerter Protonenkanal in Grünalgen“. Gemeinsam mit Georg Nagel entdeckte er das Protein Kanalrhodopsin (Channelrhodopsin), das Zellen lichtempfindlich macht.
Licht als Schalter für Nervenzellen
Darauf baut die Optogenetik auf. Sie ermöglicht es, Zellen – meist Neuronen – mithilfe von Licht gezielt an- oder abzuschalten. Was zunächst nach einem kleinen biologischen Trick klingt, verändert den Blick darauf, wie sich Vorgänge in Zellen untersuchen lassen: Licht wird zum Schalter, und Forschende können beobachten, was passiert, wenn bestimmte Nervenzellen exakt aktiviert oder stillgelegt werden.
Die drei Forscher erhalten jeweils ein Drittel des Preisgelds von insgesamt zwölf Millionen schwedischen Kronen. Das entspricht umgerechnet rund einer Million Euro. Die feierliche Nobelpreisverleihung findet traditionell am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.
Der Medizin-Nobelpreis des Vorjahres ging an Mary Brunkow, Fred Ramsdell und Shimon Sakaguchi. In Regensburg richtet sich der Blick nun auf einen ehemaligen Professor, dessen wissenschaftlicher Weg hier nach der Münchner Habilitation weiterging – und auf ein Protein aus Grünalgen, das Zellen auf Licht reagieren lässt.
