Am 18. Mai 2026 meldet die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), dass die Schätzung von rund einer Billion verschiedenen mikrobiellen Arten auf der Erde einen bedeutenden Bestandteil der aktuellen Mikrobiomforschung darstellt. Dabei sind die meisten dieser Arten wissenschaftlich nicht beschrieben, und nur ein kleiner Teil kann im Labor kultiviert werden. Diese immenser Vielfalt wird oft in geografisch ungleichen Verteilungen gefunden, wobei Hotspots häufig weit von etablierten Forschungsorten entfernt liegen, wie uni-kiel.de feststellt.

Die Mikrobiomforschung untersucht die Beziehungen zwischen Mikroben und vielzelligen Lebewesen und hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Ein wichtiges Ziel in diesem Zusammenhang ist das gerechte Management mikrobieller Ressourcen, das durch internationale Abkommen wie das Nagoya-Protokoll gefördert wird. Dieses völkerrechtlich bindende Abkommen von 2014 reguliert den Zugang zu genetischen Ressourcen und verlangt von Forschern, dass sie die Zustimmung aus Ursprungsländern einholen und Vorteile teilen, um ethische Praktiken zu garantieren.

Herausforderungen und Missverständnisse

Trotz der existierenden Regelungen haben viele Mikrobiologen unklare Vorstellungen über die Anforderungen des Nagoya-Protokolls. Dazu hat die CAU einen Schritt-für-Schritt-Leitfaden zur Umsetzung des Protokolls erarbeitet. Diese Initiative wird durch die Global Microbiome Conservancy (GMbC) unterstützt, die sich auf die Erforschung und Erhaltung des menschlichen Darmmikrobioms spezialisiert hat. Ein zentraler Bestandteil dieser Initiative ist eine Biobank, die Proben von unterrepräsentierten Bevölkerungsgruppen enthält.

Im Rahmen ihrer Forschung hat die GMbC auch Expertise im Umgang mit den Anforderungen des Nagoya-Protokolls entwickelt. Zusammen mit internationalen Institutionen wurden Policy Briefings erstellt, die Missverständnisse und Herausforderungen für Mikrobiologen adressieren. Politische Entscheidungsträger benötigen Unterstützung, um Rechtssicherheit zu schaffen und die Interessen der Ursprungsgemeinschaften angemessen auszugleichen.

Neue Publikationen und deren Bedeutung

Zur weiteren Unterstützung der Mikrobiomforschung wurden kürzlich zwei Publikationen durch das Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH veröffentlicht. Diese wurden in der Fachzeitschrift „Sustainable Microbiology“ publiziert. Der erste Beitrag mit dem Titel „Richtlinie in der Praxis: Wie setzt man das Nagoya-Protokoll um?“ gibt praktische Anleitungen für den rechtssicheren Umgang mit biologischen Ressourcen und klärt Missverständnisse über das Nagoya-Protokoll. Der zweite Beitrag, „Policy Briefing: Vom Zugang zur Nutzung – Die internationalen Rechtsrahmen für mikrobielle Ressourcen entwirren“, erläutert die komplexen internationalen und nationalen rechtlichen Rahmenbedingungen für mikrobielle Forschung und ist ein bedeutender Beitrag zur Klärung, wie Gesetze in dieser schnell wachsenden Disziplin zu befolgen sind, wie idw-online.de berichtet.

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Die Veröffentlichungen fördern eine rechtlich fundierte und gerechte mikrobielle Forschung und unterstützen die UN-Nachhaltigkeitsziele, insbesondere den Schutz der biologischen Vielfalt. Das DSMZ-Institut, die weltweit vielfältigste Sammlung biologischer Ressourcen, ist seit 1969 aktiv und beschäftigt rund 210 Personen. Es hat über 94.400 Bioressourcen katalogisiert und stellt somit eine bedeutende Ressource für die Wissenschaft dar.