Das menschliche Darmmikrobiom spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit, insbesondere bei Müttern und Neugeborenen. Eine aktuelle Untersuchung, durchgeführt an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, zeigt, dass die mikrobielle Vielfalt in unterrepräsentierten Gemeinschaften stark von Faktoren wie Industrialisierung und Lebensstil beeinflusst wird. Laut uni-kiel.de variiert das Mikrobiom zwischen Individuen und ist eng mit deren Gesundheitszustand, geografischer Herkunft und dem gesellschaftlichen Entwicklungsgrad verbunden.

In einkommensschwachen Ländern wurde ein Zusammenhang zwischen der Zusammensetzung des Mikrobioms und der Gesundheit von Müttern und Neugeborenen festgestellt. Spezifische Bakterienarten könnten sogar positive Schwangerschaftsausgänge fördern. Diese Erkenntnisse eröffnen neue Perspektiven für die Entwicklung von Probiotika der nächsten Generation, die gezielt zur Verbesserung der Schwangerschaftsgesundheit eingesetzt werden könnten.

Herausforderungen in der Forschung

Ein bedeutendes Problem in diesem Bereich ist die mangelnde Verfügbarkeit lebender Kulturen der identifizierten Bakterienarten in Biobanken. Diese Einschränkung behindert sowohl die Forschung als auch die klinische Anwendung. Die Mikrobiom-Biobank der Global Microbiome Conservancy (GMbC) in Kiel kommt diesem Bedarf entgegen. Sie bietet eine umfangreiche Sammlung von Bakterienstämmen und Stuhlproben, die die Erforschung der gesundheitsfördernden bakteriellen Vielfalt unterstützen soll.

Das Projekt erhält finanzielle Unterstützung von der Gates-Stiftung und ergänzt laufende Forschungsinitiativen an der Universität Kiel sowie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Beteiligt sind unter anderem der Exzellenzcluster „Precision Medicine in Chronic Inflammation (PMI)“, der Sonderforschungsbereich (SFB) 1182 und die DFG-Forschungsgruppe 5042 „miTarget“.

Probiotika und Ihre Bedeutung für Frühgeborene

Besondere Bedeutung haben Probiotika auch für extrem Frühgeborene, die mit einem Geburtsgewicht von unter 1.500 Gramm zur Welt kommen und ein unterentwickeltes Immunsystem aufweisen. Laut aerzteblatt.de zeigen Stuhlanalysen, dass Probiotika die Entwicklung eines ausgewogenen Mikrobioms fördern und gleichzeitig die Entstehung multiresistenter Bakterien verhindern können.

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Viele Neugeborene in dieser Risikogruppe erhalten Breitbandantibiotika. Diese lebensrettende Behandlung kann jedoch die Entwicklung eines gesunden Mikrobioms beeinträchtigen. Auf Neugeborenenintensivstationen ist der Einsatz von VLBW-Probiotika, die gezielt darauf abzielen, die Mikrobiomzusammensetzung zu verbessern, bereits weit verbreitet und könnte entscheidend zur Gesundheitsförderung dieser vulnerablen Gruppe beitragen.