Am 20. April 2026 wird die Fortschritte in der Klimaforschung auf beeindruckende Weise beleuchtet. Dr. Lukas Brunner vom Exzellenzcluster CLICCS an der Universität Hamburg hat eine umfangreiche Untersuchung von 176 Klimamodellen aus den letzten 30 Jahren durchgeführt. Diese Analyse zeigt, dass moderne Klimamodelle in der Lage sind, Wetterbedingungen mit einer nie dagewesenen Genauigkeit zu simulieren. Die Modelle bieten eine Auflösung von einem Kilometer, was eine signifikante Verbesserung im Vergleich zu früheren Ansätzen darstellt.
Ein hervorstechendes Ergebnis dieser Studie ist, dass die Temperatur-Landkarten der Klimamodelle im Durchschnitt zuverlässiger geworden sind. Bei einem Vergleich der Modelle aus den 1990er-Jahren mit den heutigen Ergebnissen wird deutlich, dass einige der damals verwendeten Modelle in ihrer Leistung mit mittelguten modernen Modellen vergleichbar sind.
Fortschritte in der Modellierung
Die neueste Generation von Klimamodellen weist eine Auflösung von fünf bis zehn Kilometern auf, im Gegensatz zu den vorher gewohnten 100 Kilometern. Diese Räumlichkeit ermöglicht es den Modellen, komplexe Prozesse wie die Entstehung von Gewitterzellen direkt zu simulieren. Besonders herauszustellen ist das ICON-Erdsystemmodell, welches am Max-Planck-Institut für Meteorologie entwickelt wurde. Es zählt mittlerweile zu den zentralen Werkzeugen in der Klimaforschung.
Zusätzlich arbeitet das IFS-Modell, das vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage stammt, eng mit der Hamburger Klimaforschung zusammen. Die neuesten Versionen dieses Modells nähern sich den realen Beobachtungsdaten stark an, was die Verlässlichkeit der Klima- und Wettervorhersagen erhöht.
Auswirkungen der Datengenauigkeit
Dr. Brunners Studie hat auch aufgezeigt, dass die Genauigkeit der Messdaten der limitierende Faktor für Klimaberechnungen darstellt. In der Vergangenheit war es oft so, dass die Modelle selbst als Hauptursache für Ungenauigkeiten angesehen wurden. Heute weiß man, dass die Qualität der verfügbaren Daten wesentlich entscheidender ist.
Im Rahmen der Untersuchung wurden zehn Szenarien mit realen Messwerten verglichen, um die Qualität der Datensätze zu evaluieren. Ein zentrales Ergebnis ist, dass eine höhere Auflösung nicht automatisch für bessere Ergebnisse sorgt. Stattdessen müssen auch die Modellphysik und ihre Feinabstimmung korrekt angepasst werden, um Fortschritte zu erzielen.
Die Studie ist eine gemeinschaftliche Anstrengung, an der neben CLICCS auch die Universität Wien, das Max-Planck-Institut für Meteorologie, das Alfred-Wegener-Institut und die ETH Zürich beteiligt waren. Diese Kooperation unterstreicht die Bedeutung interdisziplinärer Ansätze in der Erforschung der Wechselwirkungen zwischen Klima und Gesellschaft, sowie in der Entwicklung plausibler Klimazukünfte.