Die Universität Potsdam wird in der Mai-Ausgabe 2026 des beliebten Comics „Mosaik“ erwähnt, worüber uni-potsdam.de berichtet. Seit seiner Gründung 1955 in Ost-Berlin hat „Mosaik“ eine bemerkenswerte kulturelle Geschichte. Als Exportschlager der DDR setzte das Comic seinen Ruhm nach 1989 in Gesamtdeutschland fort. Mit einer aktuellen Auflage von 110.000 Exemplaren ist es nach wie vor sehr erfolgreich.

In einem besonderen Event hatte Sander Lass, ein Mitarbeiter des Zentrums für Informationstechnologie und Medienmanagement (ZIM) der Universität, die Gelegenheit, einen Tag in der Redaktion von „Mosaik“ zu verbringen. Sein Gewinn resultierte aus einem Aufruf im Heft, bei dem Leser eingeladen wurden, ihre Verbindung zu „Mosaik“ zu teilen. Lass durfte nicht nur die Redaktion kennenlernen, sondern auch eine Seite im Heft gestalten, was für ihn eine aufregende Erfahrung war.

Kreative Prozesse und Gestaltung

Die Geschichten des „Mosaik“ werden von einem professionellen Autor entwickelt, der grobe Skizzen anfertigt. Diese werden dann von einem künstlerischen Leiter und einem Team umgesetzt. Für die von Lass gestaltete Seite integrierte er die Lernfabrik der Professur für Wirtschaftsinformatik, die im historischen Kontext des 17. Jahrhunderts in Prag spielt. Die Lernfabrik beschäftigt sich mit Themen der Fabrik der Zukunft und war Teil von Lasses Promotion. Bei diesem kreativen Prozess brachte er alte Zeichnungen mit, die von den Redakteuren und Zeichnern begutachtet wurden.

Die Gestaltung seiner Seite umfasste mehrere Schritte, darunter Scribbles, Storyboarding, die Entwicklung einer Figurine sowie das Zeichnen, Kolorieren und Setzen des Textes. Lass hatte die Freiheit, kreativ zu arbeiten, bekam jedoch während des Prozesses hilfreiche Hinweise von den erfahrenen Zeichnern. Dennoch war ihm bewusst, dass er als kein professioneller Zeichner mehr Zeit für die Gestaltung benötigte als die regulären Mitarbeiter der Redaktion.

Obwohl Lass die Möglichkeit bekam, in die kreative Welt von „Mosaik“ einzutauchen, äußerte er, dass eine berufliche Laufbahn als Zeichner für ihn nicht in Frage kommt. Er möchte den Reiz des Zeichnens als Hobby bewahren und nicht in den professionellen Bereich eintauchen. Das Erlebnis in der Redaktion hat bei ihm jedoch den Wunsch geweckt, weiterhin zu zeichnen.

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Die Geschichte von „Mosaik“

„Mosaik“ und dessen Charaktere, wie die Digedags, wurden von Hannes Hegen ins Leben gerufen. Hegen, der 1925 geboren wurde und 2014 verstarb, war ein bedeutender Künstler der DDR und entwickelte mit „Mosaik“ eine durchgehende Bildergeschichte, die über die gängigen Comics hinausging. Die ersten Abenteuer der Digedags, die als sozialistische Antwort auf westliche Comics konzipiert wurden, fanden in verschiedenen Settings wie dem Weltraum, der Südsee und Amerika statt. Über 600 Ausgaben wurden seit der ersten Veröffentlichung am 23. Dezember 1955 erstellt. Die erfolgreichste Geschichte, die Abenteuer des Ritters Heino Runkel, zog sich über 60 Folgen hinweg.

Hegen erhielt für seine Arbeit an „Mosaik“ ein Honorar von 22.500 Mark pro Heft, während der damalige Durchschnittslohn in der DDR bei 600 Mark lag. Trotz seines herausragenden Erfolgs kündigte Hegen 1973 den Vertrag zur monatlichen Produktion und reduzierte die Hefte auf sechs pro Jahr. Nach seinem Rückzug wurden die Digedags durch die Figuren Abrax, Brabax und Califax ersetzt. Hegen prozessierte gegen die Weiterführung von „Mosaik“, hatte jedoch keinen Erfolg.

Die Beliebtheit des Comics bleibt ungebrochen, und es wird heute weiterhin als bedeutendes Objekt wissenschaftlicher Forschung betrachtet und ist bei Sammlern begehrt. Anlässlich des 70. Geburtstags der Digedags wird im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig eine Ausstellung mit dem Titel „Mythos Mosaik?“ zu sehen sein, die sich mit der kulturellen Relevanz und dem Erbe des Comics auseinandersetzt, was in mdr.de besprochen wird.