Münsteraner Sportwissenschaftlerin erhält begehrten Lehrpreis!
Am 24. Juli 2026 wurde Dr. Christiane Bohn, eine engagierte Sportwissenschaftlerin an der Universität Münster, mit dem „Ars legendi-Fakultätenpreis Sportwissenschaft 2025“ ausgezeichnet. Diese Ehrung wird im Zwei-Jahres-Rhythmus vom Stifterverband in Zusammenarbeit mit dem Fakultätentag Sportwissenschaft und der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft vergeben, um herausragende Leistungen in Lehre, Prüfung und Beratung von Studierenden zu würdigen. Bohn wurde einstimmig ausgewählt, was die hohe Anerkennung ihrer Arbeit unterstreicht. Die Jury, bestehend aus Fachvertretern der Sportwissenschaft, Hochschuldidaktik und Studierenden, war überzeugt von Bohns einzigartiger Kombination aus wissenschaftlicher Fundierung und praktischer Umsetzung in der Lehre.
Bohn unterrichtet am Institut für Sportwissenschaft der Universität Münster seit 1997 und hat sich einen Namen als Dozentin und Fachstudienberaterin gemacht. Ihre Lehrmethoden, die von den Studierenden und ihrer Fachschaft als emotional und schülerorientiert beschrieben werden, stehen im Mittelpunkt ihrer Auszeichnung. Bohn legt großen Wert auf eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Lehrenden und Studierenden. Sie betrachtet ihre pädagogische Arbeit als Beziehungsarbeit, die durch Rituale, wie den gemeinsamen Kreis zu Beginn und Ende jeder Unterrichtseinheit, geprägt ist und dadurch ein Gefühl von Sicherheit und Gemeinschaft erzeugt.
Innovative Lehrmethoden und ein angstfreies Lernumfeld
Um das Lernen zu fördern, betont Bohn die Wichtigkeit eines angstfreien Umfelds. In ihren Tanz- und Gymnastikkursen beginnt sie mit alltäglichen Bewegungen, was den Studierenden hilft, Scham und die Angst vor dem Scheitern abzubauen. Ihr Ziel ist es, eine Atmosphäre zu schaffen, in der Fehler als Teil des Lernprozesses angesehen werden und ihre Studierenden sich frei ausprobieren können. Bohn nutzt ihre physische Präsenz im Unterricht strategisch, um ein Vertrauensverhältnis zu den Lernenden aufzubauen.
Ein weiterer Aspekt ihrer Lehre ist die Förderung einer eigenen Lehrerpersönlichkeit bei den Studierenden, unabhängig von ihrer Unterrichtsstruktur. Diese Philosophie kommt in den Abschlussprüfungen besonders zum Ausdruck, welche in Form von Choreografien stattfinden. Dies ermöglicht den Studierenden, persönliche Geschichten und Themen auszudrücken. Eine ihrer bewegendsten Performances thematisierte Gewalt gegen Frauen und deren Auflehnung, was auf die soziale Verantwortung hinweist, die Bohn ihren Studierenden vermittelt.
Einfühlsame Begleitung und Wertevermittlung
Dr. Christiane Bohn denkt, dass der Erfolg eines Seminars nicht nur an Noten gemessen werden sollte. Vielmehr ist für sie die Atmosphäre und die Freude der Studierenden von entscheidender Bedeutung. „Ich empfinde meine Lehrtätigkeit als Privileg“, sagt sie, und diese Einstellung motiviert sie, weiterhin mit Begeisterung für Bewegung und im Dialog mit anderen Menschen zu arbeiten. Ihre Ansätze und Werte haben nicht nur sie selbst geformt, sondern auch einen tiefgreifenden Einfluss auf die Generationen von Studierenden, die sie unterrichtet hat.
Christopher Heim, der Vorsitzende des Fakultätentags Sportwissenschaft, hebt die hohe Qualität der Bewerbungen für den Preis hervor und beschreibt Bohns Fähigkeit, fachliche Expertise, pädagogisches Gespür und persönliche Zuwendung miteinander zu verbinden. Ihre Auszeichnung ist ein Zeichen der Wertschätzung für innovative und empathische Lehrmethoden, die nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch persönliche Entwicklung fördern.
