Die globale Lebensmittelproduktion trägt maßgeblich zur Erderwärmung bei. Ein Drittel der weltweit ausgestoßenen Treibhausgase entstammt diesem Sektor. Angesichts der alarmierenden Anliegen über die Auswirkungen von Ernährungsmustern, insbesondere in westlichen Industrienationen, wird deutlich, dass diese gefährlich für Klima und Umwelt sind. Die Universität Bonn berichtet, dass im Gegensatz dazu die ökologischen Konsequenzen der Ernährung in Ländern südlich der Sahara geringer sind. Dies ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass viele Menschen dort aufgrund finanzieller Einschränkungen weniger konsumieren.
In diesen Regionen ist der Verzehr tierischer Lebensmittel wie Fleisch, Eier und Milch deutlich geringer. Auch wenn tierische Produkte wertvolle Protein- und Nährstoffquellen darstellen, ergeben Analysen von Ernährungsdaten, die 18.000 Haushalte in Ghana, Äthiopien und Nigeria umfassen, ein differenziertes Bild. Diese Studie untersuchte sowohl Haushaltseinkommen als auch den Wohnort, was interessante Erkenntnisse zu den unterschiedlichen ökologischen Auswirkungen von lokal produziertem Getreide im Vergleich zu dem aus Industrienationen lieferte.
Ernährungswandel in Subsahara-Afrika
Städtische Einwohner in Subsahara-Afrika zeigen, trotz einer niedrigeren Einkommensklasse, Ernährungstrends, die den westlichen Lebensstilen näherkommen. Mit steigendem Einkommen und Urbanisierung verlagert sich der Konsum hin zu mehr tierischen und hochverarbeiteten Lebensmitteln. Diese Veränderungen könnten kurzfristig die Nährstoffversorgung verbessern, gleichzeitig aber auch negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit mit sich bringen.
Aktuell leben etwa 1,3 Milliarden Menschen in Subsahara-Afrika, und die Bevölkerung wird bis 2050 voraussichtlich auf das Doppelte anwachsen. Die Herausforderung besteht darin, diese wachsende Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln zu versorgen. Dies wird jedoch mit einer erhöhten Produktion tierbasierter Produkte verbunden sein, was vermutlich die negativen ökologischen Effekte im Lebensmittelsektor verstärken wird.
Ertragssteigerungen in der Landwirtschaft könnten potenziell die Umweltschäden reduzieren. Darüber hinaus könnten technologische Fortschritte dabei helfen, die ökologischen Folgen des Wandels einzudämmen. Experten fordern zudem, dass die Politik Aufklärungskampagnen initiieren sollte, um die Ausbreitung des westlichen Lebensstils in Afrika zu verhindern. Dies könnte einer nachhaltigen Entwicklung zuträglich sein.
Nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme
Die Notwendigkeit nachhaltiger Agrar- und Ernährungssysteme ist drängender denn je. Diese Systeme sind entscheidend für eine gesunde Ernährung sowie den Schutz von Mensch, Tier, Ökosystemen und Klima. Laut BMLEH sind die bestehenden Herausforderungen für die Landwirtschaft vielfältig, darunter die Klimakrise, das Artensterben und hohe Ressourcenverbräuche.
Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen bilden den politischen Rahmen, um dieser Problematik entgegenzuwirken. Ein zukunftsfähiges Agrar- und Ernährungssystem muss vielfältige Ansätze zeitgemäßer Land-, Ernährungs- und Forstwirtschaft miteinander verbinden. Dabei sollen auch Perspektiven für junge Menschen geschaffen werden, um eine ökonomisch tragfähige Entwicklung zu fördern.
Um den Anforderungen des Wandels gerecht zu werden, bringt der Transformationsbericht „Nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme“ wichtige Maßnahmen auf den Tisch. Hierzu zählen unter anderem die Förderung von Eiweißpflanzen zur Stärkung der heimischen Produktion, eine nationale Wasserstrategie und die Entwicklung einer Biostrategie zur Erhöhung des Ökolandbaus auf 30% Marktanteil bis 2030.
Die Notwendigkeit, diese Herausforderungen anzugehen, wird bei Veranstaltungen wie dem Jugendpolitischen Forum, bei dem über 50 junge Menschen über zukunftsfeste Systeme diskutieren, deutlich. Der Austausch von Ideen und die Diskussion aktueller Themen, wie Klimapolitik und nachhaltiger Konsum, sind entscheidend für die Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie.