In den vergangenen Jahren haben Unternehmen zunehmend erkannt, dass Nachhaltigkeit und Digitalisierung zentrale Handlungsfelder für ihren Geschäftserfolg darstellen. Ein bemerkenswerter Schritt in diese Richtung ist das Projekt „DualStrat“, das an der Universität Paderborn ins Leben gerufen wurde. Es hat sich zum Ziel gesetzt, einen strategischen Managementansatz für die „Duale Transformation“ in Industrieunternehmen zu entwickeln. Dabei wurde umfassende Forschung betrieben, um konzeptionelle Modelle und Methoden zu schaffen, die eine datenbasierte Nachhaltigkeitssteuerung ermöglichen, wie uni-paderborn.de berichtet.

Die digitale Transformation ist längst Teil der Agenda vieler Unternehmen. Gleichzeitig gewinnen die Themen unternehmerische Nachhaltigkeit und deren rechtlichen Rahmenbedingungen, wie dem European Green Deal, an Bedeutung. Thorben Scholz von der Universität Paderborn hebt hervor, dass digitale Technologien entscheidend zur Erreichung ökonomischer, sozialer und ökologischer Ziele beitragen können.

Die Notwendigkeit eines integrierten Ansatzes

Um eine wirksame Umsetzung der dualen Transformation zu ermöglichen, ist ein integrierter strategischer Managementansatz erforderlich. Dieser Ansatz soll interne und externe Stakeholder in die Planung und Steuerung des Prozesses einbeziehen. Im produzierenden Sektor gibt es zahlreiche beeinflussbare Nachhaltigkeitsaspekte. Dazu zählen unter anderem der Einsatz von recycelbaren Rohstoffen bei Lieferant*innen und der emissionsarme Produkteinsatz bei Kund*innen.

Das Projektkonsortium „DualStrat“ fokussiert sich auf die gesamte Wertschöpfungskette der produzierenden Unternehmen. Konkrete Anwendungsfälle, wie ein digitaler Produktpass und die datenbasierte Analyse des Produktlebenszyklus, wurden konzipiert und in die Praxis umgesetzt. Zudem wurden wissenschaftlich fundierte Modelle und Methoden zur strategischen Steuerung der dualen Transformation entwickelt, einschließlich eines Referenzmodells sowie Governance- und Bewertungsinstrumenten.

Kooperation mit der Industrie

Ein bedeutender Partner im Rahmen dieses Projekts ist die Weidmüller Interface GmbH & Co. KG. Gemeinsam wurde ein Ansatz für die datenbasierte Steuerung von Nachhaltigkeitsstrategien erarbeitet, der ein Kennzahlen-System und ein digitales Dashboard umfasst. Scholz betont, dass die systematische Umsetzung der dualen Transformation in der Industrie derzeit noch nicht weit verbreitet ist und umfassende methodische Unterstützung benötigt wird.

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Aktuelle Forschungsprojekte wie „GoProZero“ und „iPassPro“ vertiefen die Analysen zur dualen Transformation. Ein kontinuierlicher Austausch zwischen Industrie und Forschung ist entscheidend für die praktische Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse. Daher wird der Arbeitskreis des Projekts in die it’s OWL Fokusgruppe „Nachhaltigkeit & Circular Economy“ überführt, um diesen Austausch zu fördern. Dieser Austausch ist besonders wichtig, da das Projekt „DualStrat“ über drei Jahre mit 3,28 Millionen Euro vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wurde.

Das Konsortium, angeführt von der it’s OWL GmbH, umfasst außerdem Partner wie die Universität Paderborn, das Fraunhofer IEM, InnoZent OWL, das Wuppertal-Institut sowie die Unternehmen Böllhoff, Hanning, Schmitz Cargobull und Weidmüller. Ergebnisse des Projekts sind in Form von Vorträgen, einem Whitepaper und Projektvideos auf der it’s OWL Innovationsplattform verfügbar.

Industrie 4.0 und die Zukunft der Nachhaltigkeit

Das Leitbild für die Datenökonomie in Deutschland, wie auf bundeswirtschaftsministerium.de beschrieben, gründe auf den spezifischen Voraussetzungen des Industriestandorts. Dabei wird die Bedeutung von offenen Ökosystemen, Vielfalt und Wettbewerb hervorgehoben. In diesem Kontext ist die Industrie 4.0 von zentraler Bedeutung für die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen. Dazu zählen nicht nur ökonomische, sondern auch ökologische und soziale Aspekte.

Eine beschleunigte Digitalisierung der deutschen Industrie könnte bis zu 17 % der notwendigen CO2-Emissionseinsparungen zur Erreichung der Klimaziele realisieren. Digitale Technologien, wie der „digitale Zwilling“ und Materialpässe, fördern ressourcenschonende Produktionsmethoden. Die Entwicklung einer offenen digitalen Infrastruktur, die durch Infrastrukturen wie GAIA-X unterstützt wird, trägt zur Schaffung souveräner digitaler Ökosysteme bei.

Die Task Force Nachhaltigkeit der Plattform Industrie 4.0 untersucht außerdem, wie fortschrittliche Technologien zur klimafreundlichen Industrie in Deutschland beitragen können. Ein integrierter Ansatz zur Datenverarbeitung, der Datenschutz und Informationssicherheit gewährleistet, ist entscheidend, um sowohl ökologische als auch ökonomische Ziele zu erreichen.