Am 1. April 2026 übernahm Lukas Haffert die Professur für Vergleichende Politikwissenschaft an der Universität Bremen. Die Universität freut sich über seine Rückkehr nach Deutschland, nachdem Haffert elf Jahre in der Schweiz tätig war, zuletzt an der Universität Genf. Seine akademische Laufbahn umfasst weitere renommierte Stationen wie die Universität Zürich, die Harvard University, das Europäische Hochschulinstitut in Florenz und das Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung.
Das Fachgebiet, dem Haffert angehört, ist die Vergleichende Politikwissenschaft, ein Teilgebiet der Politikwissenschaft, das sich auf länderübergreifende Vergleiche von Staats-, Regierungs- und Herrschaftsformen spezialisiert. Dabei werden politische Strukturen und Prozesse untersucht, um die Zusammenhänge zwischen institutionellen Strukturen und staatlichem Handeln zu analysieren. Seit den 1960er-Jahren hat sich die Forschung auf politische Systeme in ihrer Gesamtheit ausgeweitet und umfasst auch Aspekte wie organisierte Interessen, politische Kultur und Wirtschaft.
Forschungsschwerpunkte und Interessen
Hafferts Forschungsschwerpunkte konzentrieren sich auf die politischen Reaktionen vergleichbarer Länder auf ähnliche Herausforderungen, darunter Steuerpolitik, Staatsverschuldung und die Unterschiede zwischen urbanen und ländlichen Geografien. Besonders interessant sind für Haffert die politischen Folgen der Deindustrialisierung, die durch seine Biografie im Ruhrgebiet geprägt sind.
Eines seiner Projekte wird sich spezifisch mit der ungleichen politischen Repräsentation urbaner und ländlicher Räume befassen. Dies ist von hoher Relevanz, da die Politik oft ungleiche Stimmen und Interessen berücksichtigt. Haffert zielt darauf ab, durch seine Forschung wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen, die auch für die Formulierung allgemein gültiger Aussagen in der Politikwissenschaft nützlich sein können.
Lehre und Methodik
In der Lehre legt Haffert besonderen Wert auf die Vermittlung von Ambiguitätstoleranz in den Sozialwissenschaften. Dies ist ein zentraler Aspekt seiner didaktischen Ansätze, da komplexe politische Fragestellungen oft mehrere Perspektiven erfordern und einfache Lösungen nicht immer möglich sind.
Die Vergleichende Politikwissenschaft nutzt dabei spezifische methodische Ansätze. Dazu gehören die „Small N“-Analyse, die sich auf eine kleine Anzahl von Fällen konzentriert, sowie die Methoden des Most-Similar-Systems-Design (MSSD) und des Most-Different-Systems-Design (MDSD). Diese Methoden ermöglichen es Forschern, wertvolle Erkenntnisse aus politischen Systemen zu ziehen, die entweder in vielen Aspekten ähnlich oder unterschiedlich sind.
Die Tradition des Vergleichs politischer Verhältnisse reicht bis in die griechische Antike zurück. Mit der zunehmenden Verfügbarkeit von Daten seit den 1980er-Jahren hat sich die Vergleichende Politikwissenschaft stetig weiterentwickelt und ist heute ein unverzichtbares Feld innerhalb der Politikwissenschaft.