Nobelpreisträgerin Frances H. Arnold erhält den Dr. Karl Wamsler Award!
Am 23. Juli 2026 wird an der Technischen Universität München (TUM) in Zusammenarbeit mit dem Chemieunternehmen Clariant der Dr. Karl Wamsler Innovation Award zum zehnten Mal verliehen. Die Auszeichnung ehrt herausragende Leistungen in der Katalyseforschung. Dieses Jahr geht der Preis an Prof. Frances H. Arnold, eine weltweit anerkannte Wissenschaftlerin und Nobelpreisträgerin, die ihre zahlreichen Verdienste in der Biokatalyse und der gerichteten Evolution von Enzymen vorweisen kann. Arnold ist Professorin am California Institute of Technology (Caltech), wo sie innovative Ansätze zur Verbesserung von Enzymfunktionen entwickelt hat.
Der Award für das Jahr 2025 wurde an Prof. Tao Zhang verliehen, der Direktor des Dalian Institute of Chemical Physics der Chinesischen Akademie der Wissenschaften ist. Zhang wird für seine wegweisenden Arbeiten in der Einzelatom-Katalyse ausgezeichnet, einer Technologie, die es ermöglicht, chemische Reaktionen auf atomarer Ebene präzise zu steuern und dabei die Effizienz und Nachhaltigkeit von katalytischen Prozessen zu steigern.
Bedeutung der Katalyseforschung
Katalyse spielt eine entscheidende Rolle in der modernen Chemie und ist essenziell für zahlreiche industrielle Prozesse. Historisch gesehen wurden die Grundlagen der Katalyse bereits vor etwa 180 Jahren untersucht, als der Begriff erstmals von Sir Humphry Davy geprägt wurde. Der chemische Wissenschaftler Jöns Jakob Berzelius führte später den Begriff „katalytische Kraft“ ein.
Die Forschung im Bereich der Katalyse hat in den letzten Jahrzehnten immense Fortschritte gemacht. Besondere Erwähnung verdienen die Leistungen von Benjamin List und David MacMillan, die mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurden. Ihre Entwicklung der asymmetrischen Organokatalyse war ein wichtiger Fortschritt, der die Verwendung von kleinen, metallfreien organischen Molekülen zur Steuerung chemischer Reaktionen revolutionierte. Dies hat nicht nur die pharmazeutische Forschung, sondern auch den Umweltschutz gefördert, indem es den Einsatz schadstoffarmer Katalysatoren ermöglicht hat.
Industrielle und biologische Anwendungen
Katalysatoren sind für die Herstellung von Schlüsselprodukten in der Industrie unerlässlich. Sie finden Anwendung in der Synthese von Polyester-Kunststoffen, Pharmawirkstoffen und Riechstoffen. Der Einsatz von Katalysatoren führt nicht nur zu einer Effizienzsteigerung, sondern trägt auch zur Reduktion von schädlichen Abgasen und Nebenprodukten bei. Wichtige Katalyseverfahren wie das Haber-Bosch-Verfahren zur Ammoniaksynthese haben maßgeblich zur Erhöhung der landwirtschaftlichen Erträge beigetragen.
Darüber hinaus sind Katalyseprozesse in biologischen Abläufen, wie der Photosynthese und der Atmung, unabdingbar. Wilhelm Ostwald definierte Katalysatoren als Substanzen, die die Geschwindigkeit chemischer Reaktionen erhöhen, ohne selbst verbraucht zu werden. Diese Prinzipien bilden das Fundament für die Vielzahl an Anwendungen, die die Katalyse sowohl in der Natur als auch in der Industrie ermöglicht.
Die Auszeichnung von Frances H. Arnold und Tao Zhang durch den Dr. Karl Wamsler Innovation Award unterstreicht die zentrale Bedeutung von Forschung und Innovation in der Katalyse. Ihre Leistungen werden als wegweisend für die zukünftige Entwicklung geeigneter Katalyseansätze angesehen.
Für weiterführende Informationen über die Verleihung des Dr. Karl Wamsler Innovation Award und die Preisträger besuchen Sie bitte TUM: TUM. Zudem hebt Jörg Wetterau die gesellschaftliche Relevanz und die Fortschritte in der Katalyseforschung hervor.
