Die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg hat beim Papieratlas-Hochschulwettbewerb 2026 gemeinsam mit der Hochschule Magdeburg-Stendal den dritten Platz belegt. Die Auszeichnung überreichte die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter am 6. Oktober im Bundesumweltministerium in Berlin. Rektor Prof. Dr. Jörg-U. Keßler nahm den Preis persönlich entgegen.

Für die Universität Magdeburg ist das Thema damit ebenfalls nicht weit weg: Der Wettbewerb zeigt, wie Hochschulen ihren Papierverbrauch an ganz unterschiedlichen Stellen unter die Lupe nehmen. 61 Hochschulen beteiligten sich 2026, ihre durchschnittliche Recyclingpapierquote lag bei 76 Prozent.

Wasser für mehr als 1.100 Menschen eingespart

Die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg setzt in der Verwaltung und weiteren Einrichtungen konsequent Recyclingpapier mit dem Blauen Engel ein. Im vergangenen Jahr sparte sie dadurch im Vergleich zu Frischfaserpapier mehr als 139.000 Liter Wasser und rund 31.500 Kilowattstunden Energie ein. Die Wassermenge entspricht dem täglichen Bedarf von mehr als 1.100 Personen. Die Energieeinsparung wiederum reicht an den jährlichen Stromverbrauch von neun Drei-Personen-Haushalten heran.

„Wir setzen Recyclingpapier sowohl bei der zentralen Beschaffung als auch bei dezentralen Druckaufträgen ein“, sagte Rektor Keßler. IPR-Sprecher Marc Gebauer bezeichnete die Hochschule als Vorreiterin bei der nachhaltigen Papierbeschaffung und verwies auf die ökologischen Effekte des Papiers mit dem Blauen Engel.

Der Papieratlas dokumentiert seit 2008 den Papierverbrauch und die Recyclingpapierquoten deutscher Städte. Seit 2016 werden auch Hochschulen erfasst, seit 2018 zusätzlich Landkreise. Zu den Kooperationspartnern gehören unter anderem das Bundesumweltministerium, das Umweltbundesamt, kommunale Spitzenverbände, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Hochschulverband.

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Viele Einrichtungen, steigende Quoten

2026 nahmen insgesamt 269 Kommunen und Hochschulen am Papieratlas teil; zugleich wurden höhere Recyclingpapierquoten verzeichnet. Die vollständigen Ergebnisse sind unter www.papieratlas.de abrufbar.

Ein Blick auf die vorherige Runde hilft bei der Einordnung: Am 4. November 2025 zeichnete Rita Schwarzelühr-Sutter im Bundesumweltministerium in Berlin die Gewinner des Papieratlas 2025 aus. Bei den Städten gewannen Heidelberg und Amberg, bei den Landkreisen der Landkreis Schweinfurt, bei den Hochschulen die Universität Würzburg.

Als „Aufsteiger des Jahres“ wurden die Stadt Heilbronn, der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen und die Fachhochschule Münster ausgezeichnet. Sonderauszeichnungen als „Mehrfachsieger“ für langjähriges Engagement erhielten die Städte Freiburg und Siegen, der Landkreis Ebersberg, die Universität Tübingen und die FernUniversität in Hagen.

2025 verzeichnete der von der Initiative Pro Recyclingpapier und ihren Partnern veröffentlichte Papieratlas eine Rekordbeteiligung von 260 Kommunen und Hochschulen. Die teilnehmenden Einrichtungen wiesen laut Mitteilung hohe Recyclingpapierquoten auf. Die Zahlen werden dabei durchaus konkret: Unter den 110 teilnehmenden Groß- und Mittelstädten lag der Anteil von Recyclingpapier mit dem Blauen Engel bei 90 Prozent. Am Landkreiswettbewerb beteiligten sich 91 Landkreise; ihr Anteil an Blauer-Engel-Papier betrug 85 Prozent und entsprach dem Vorjahresniveau. Die 59 teilnehmenden Hochschulen steigerten ihre Recyclingpapierquote auf 71 Prozent.

Was im Wettbewerb gezählt wird

Der Papieratlas-Wettbewerb zeichnet Städte und Hochschulen für den Einsatz von Recyclingpapier mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ aus. Veranstalter ist die Initiative Pro Recyclingpapier gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium, dem Umweltbundesamt, dem Deutschen Städtetag, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund und dem Deutschen Hochschulverband.

Teilnehmende Städte erfassen ihren Papierverbrauch und die Recyclingpapierquoten in Verwaltungen, Schulen und Hausdruckereien. Hochschulen melden die Recyclingpapieranteile in Universitätsverwaltungen, Fakultäten und Fachbereichen, Druck- und Kopierservices sowie Hausdruckereien. Zusätzlich können sie konkrete Maßnahmen zur Förderung von Recyclingpapier mit dem Blauen Engel angeben.

Auf papieratlas.de findet sich eine Übersicht der Gewinner, Zweit- und Drittplatzierten, der „Aufsteiger des Jahres“, der „Mehrfachsieger“ und weiterer Teilnehmender. Dort sind auch die Ergebnisse aus dem Jahr 2025 dokumentiert: Heidelberg und Amberg im Städtewettbewerb, der Landkreis Schweinfurt im Landkreiswettbewerb und die Universität Würzburg im Hochschulwettbewerb. Heilbronn, der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen und die Fachhochschule Münster wurden als „Aufsteiger des Jahres“ geführt; Freiburg, Siegen, der Landkreis Ebersberg, die Universität Tübingen und die FernUniversität in Hagen als „Mehrfachsieger“.

Der Blaue Engel auf dem Papier

Recyclingpapier benötigt keine Frischfasern. Für seine Herstellung müssen deshalb keine neuen Bäume gefällt werden. Der Blaue Engel steht außerdem für hohe ökologische Anforderungen bei der Altpapieraufbereitung und für geprüfte Papierqualität. Gegenüber Frischfaserpapier spart die Herstellung bis zu 60 Prozent Energie und bis zu 70 Prozent Wasser.

Die Zahlen aus Ludwigsburg fallen bei Wasser und Energie also nicht vom Himmel, sondern hängen mit einem Papier zusammen, das in Beschaffung, Drucker und Kopierer hineinreicht. Mehr als 139.000 Liter Wasser, rund 31.500 Kilowattstunden – und irgendwo dazwischen jede Menge bedruckte Seiten, die im Hochschulalltag sonst kaum auffallen.