Papierflieger-Protest legt Rayos Rückkehr nach Vallecas lahm
Ein La-Liga-Spiel mit Papierfliegern, Papierkugeln und Flummis statt mit Toren: Fans von Rayo Vallecano haben am 10. Oktober 2026 die Partie gegen Athletic Bilbao im Campo de Fútbol de Vallecas provoziert abbrechen lassen. Beim Stand von 0:0 flogen ab der 13. Minute immer wieder Gegenstände auf den Platz.
Schiedsrichter José María Sánchez unterbrach die Begegnung zunächst für einige Minuten. Er sprach mit der Polizei, den Trainern Benat San José von Rayo Vallecano und Edin Terzic von Athletic Bilbao, dem ehemaligen BVB-Trainer, sowie später mit Kapitänen und Offiziellen. Beide Mannschaften mussten das Spielfeld verlassen; während Ordnungskräfte den Rasen im Innenraum des Stadions in Vallecas reinigten, blieben die Teams dort. Kurz darauf kehrten die Spieler zurück.
Protest gegen Presa und das Stadion
Lange hielt die Ruhe nicht. Nach dem Wiederanpfiff flogen beim unveränderten Stand von 0:0 erneut Gegenstände auf das Spielfeld. Sánchez schickte die Mannschaften in die Kabinen und brach die Partie anschließend endgültig ab.
Auf Schildern forderten die Anhänger Vereinspräsident Raúl Martín Presa mit den Worten „Presa, vete ya!“ zum Rücktritt auf. Die organisierte Fanszene erklärte später auf X, ihr Protest richte sich gegen die Vereinsführung um Presa, gegen den Zustand des Stadions und der Trainingsanlagen sowie gegen den Streit um die Stadionkonzession. Seit Jahren seien die Fans mit der Situation unzufrieden; sie bezeichneten sie als „unhaltbar“ und kündigten weitere Maßnahmen an.
Ausgerechnet das erste Saison-Heimspiel in Vallecas endete damit nach nicht einmal einer halben Stunde. Die Stadtverwaltung hatte das Stadion zuvor aus Sicherheitsgründen vorübergehend geschlossen, dem Verein war wegen des maroden und als unsicher eingestuften Zustands die Stadionlizenz entzogen worden. Auch notwendige Reparaturen wegen „erheblicher Sicherheitsmängel“ an der eigenen Spielstätte standen im Raum.
Ausweichen nach Leganés
Im Juli ordnete das spanische Ministerium für Kultur, Tourismus und Sport deshalb an, dass Rayo die ersten drei Heimspiele der neuen LaLiga-Saison in einem anderen Stadion austragen muss. Die Mannschaft spielte diese Begegnungen im Butarque-Stadion im Vorort Leganés. Viele Rayo-Fans boykottierten die Ausweichspiele.
Für den Klub war die Rückkehr nach Vallecas also ohnehin aufgeladen. Nun ist auch das nächste Heimspiel dort ein Thema: Am 24. Oktober soll Rayo gegen Elche antreten.
Sportlich steht Rayo Vallecano nach zwei Siegen, zwei Unentschieden und drei Niederlagen auf Platz 13. Athletic Bilbao hatte die ersten beiden Saisonspiele verloren, ist zuletzt aber vier Partien ungeschlagen geblieben – mit zwei Siegen und zwei Unentschieden – und liegt aktuell auf Rang zehn. In Madrid ging es diesmal trotzdem nicht um die Tabelle, sondern um Papier am Himmel, wütende Rufe und ein Stadion, das seit Monaten im Mittelpunkt des Ärgers steht.
Quelle: Main-Post
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