Im August 2026 wird das Landgrafenschloss in Marburg zum Schauplatz des Monatsthemas „Perspektivwechsel“, das einen besonderen Fokus auf Linkshändigkeit, Chiralität und Rollenwechsel legt. Diese Veranstaltungsreihe, die von der Philipps-Universität organisiert wird, zielt darauf ab, die Wahrnehmung und Begegnung zwischen Wissenschaft und Kultur zu fördern, wie uni-marburg.de berichtet.

Ein zentrales Element der Veranstaltungen wird die Auseinandersetzung mit der Linkshändigkeit sein. Menschen, die links schreiben, erleben sowohl Räume als auch Werkzeuge anders als ihre rechtshändigen Mitmenschen. Diese unterschiedliche Wahrnehmung beeinflusst das Handeln, die Wahrnehmung und sogar die Bewegung und wird von zahlreichen Forschungsergebnissen unterstützt. Laut einer Meta-Analyse zum Thema Händigkeit variiert die Prävalenz von Linkshändern zwischen 9,3 % und 18,1 %, mit einer besten Schätzung von rund 10,6 % (hochbegabung.education).

Veranstaltungen im August 2026

Das Programm im Landgrafenschloss umfasst verschiedene Veranstaltungen, die auf den Thema Perspektivwechsel eingehen. So findet am 13. August ein Info-Konzert in der Musikschule Marburg statt, das linkshändige Musiker*innen präsentiert und in dem über Linkshandinstrumente diskutiert wird. Darüber hinaus wird es Straßenmusik in der Marburger Innenstadt durch linksspielende Musiker*innen geben.

Am 14. August wird im Fürstensaal des Schlosses ein Konzert mit Silke Becker (Querflöte), Alexandra Stöger (Violine), Konstantin Arestov (Violoncello) und Dirk Becker (Trompete) aufgeführt, das Werke von J. S. Bach umfasst. Weitere Veranstaltungen sind das interaktive Event „Surprisingly Smart?!“ am 20. August, bei dem es um Anekdoten aus der Wissenschaftsgeschichte und Mitmach-Rätsel geht. Ein besonderes Highlight wird am 18. August die Veranstaltung „Schlossgeflüster – Wenn Worte leuchten“ sein, bei der Auszüge aus Virginia Woolfs „Orlando – eine Biographie“ von blinden Menschen vorgelesen werden.

Medizinische Aspekte und gesellschaftliche Relevanz

Am 25. August steht ein Gesprächsrunde mit Ardawan Rastan über „Linkshändigkeit und Lateralität in der Medizin“ auf dem Programm, bei der eine Anmeldung erforderlich ist, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Die Verbindung zwischen Händigkeit und neurologischen Aspekten war bereits Gegenstand zahlreicher Studien. Eine Untersuchung zeigt unter anderem, dass abweichende Händigkeit mit bestimmten neurologischen Entwicklungsstörungen assoziiert sein kann. Die Herausforderung, linkshändige Kinder frühzeitig zu unterstützen, wird ebenfalls in einem Handbuch thematisiert.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Der gesellschaftliche Aspekt der queeren Identität, der normative Annahmen hinterfragt, wird im Rahmen der Veranstaltungen einen weiteren Platz einnehmen. Der Perspektivwechsel in der Kunst eröffnet neue Ausdrucksformen und fördert die Vielfalt in kreativen und sozialen Kontexten.

Für September 2026 sind bereits spannende Themen wie „Zwischen Licht und Schatten“, eine Geschichtliche Auseinandersetzung sowie eine Autorenlesungsreihe für Kinder und weitere Veranstaltungen geplant. Die Veranstaltungsreihe soll nicht nur unterhalten, sondern primär Wissenschaft und Kultur in neuen Formaten erlebbar machen, eine Initiative, die von der Universität in Marburg intensiv verfolgt wird.

Interessierte können sich für die Veranstaltungen unter schlossbegegnungen@uni-marburg.de anmelden oder einen Überblick über das gesamte Programm auf der Webseite der Universität erhalten: www.uni-marburg.de/schlossbegegnungen.