Am 8. Mai 2026 wurden auf dem Campus des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) in Homburg die Preise der Calogero-Pagliarello-Stiftung verliehen. Insbesondere werden mit diesen Auszeichnungen innovative Forschungsansätze gewürdigt, die das Ziel haben, die Behandlung von unheilbaren oder seltenen Krankheiten zu verbessern. In diesem Jahr erhielten die Preisträger insgesamt vier Preise: den Calogero-Pagliarello-Forschungspreis in Höhe von 3.000 Euro und drei Calogero-Pagliarello-Studienpreise, die jeweils mit 2.000 Euro dotiert sind. Die Auszeichnungen wurden von Dekan Prof. Dr. Matthias Hannig überreicht.

Die Stiftung selbst wurde nach Calogero Pagliarello benannt, einem gebürtigen Sizilianer, der 1907 geboren wurde und 1991 starb. Ihr Ziel ist es, die medizinische Forschung und das Studium zu fördern, und sie ist an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes angesiedelt.

Die Preisträger im Detail

Der Calogero-Pagliarello-Forschungspreis wurde an PD Dr. rer. nat. Yuan Gu vom Institut für Klinisch-Experimentelle Chirurgie verliehen. Seine Forschung konzentriert sich auf die Tumorversorgung durch Blutgefäße und die Identifizierung von Wirkstoffen, die in der Lage sind, diese Tumorversorgung zu unterbrechen. Ziel seiner Arbeiten ist die Entwicklung gezielter Kombinationstherapien für schnell wachsende Krebsarten wie das triple-negative Brustkarzinom und das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom.

Die Calogero-Pagliarello-Studienpreise gingen an drei vielversprechende Nachwuchswissenschaftler:

  • Dr. med. Lukas Alexander Brust von der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des UKS untersucht den Einfluss von Vitamin D auf Kopf-Hals-Tumoren und deren Verbindung zur Unterstützung der körpereigenen Tumorabwehr.
  • Dr. rer. nat. Christopher Carlein vom Centrum für Integrative Physiologie und Molekulare Medizin (CIPMM) beschäftigt sich mit dem Barth-Syndrom, insbesondere dessen Auswirkungen auf den Blutzucker-Stoffwechsel und die Regulation zellulärer Signalwege.
  • Dr. med. Colya Englisch vom Institut für Experimentelle Ophthalmologie und Augenklinik Sulzbach forscht zur Pseudomonas aeruginosa-Keratitis und entwickelt ein neues Trägersystem für Antibiotika sowie innovative Kombinationstherapien.

Forschung zu seltenen Erkrankungen

Die Vergabe dieser Preise ist besonders relevant, da jede vierte weltweit bekannte Krankheit als selten gilt. Der Begriff „seltene Erkrankungen“ umfasst eine breite Palette an Krankheitsbildern, die häufig nicht heilbar sind und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen können. Nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) haben etwa 80 Prozent dieser Erkrankungen genetische Ursachen. Die durchschnittliche Zeit, bis Patienten eine korrekte Diagnose erhalten, beläuft sich auf über drei Jahre.

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Die Förderung der Forschung zu seltenen Krankheiten hat in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen. Seit 2003 investiert das BMBF in nationale Forschungsverbünde, die Grundlagen- und klinische Forschung durchführen. Insgesamt wurden seitdem 144 Millionen Euro in die Erforschung seltener Erkrankungen investiert. Ein Teil dieser Initiativen zielt darauf ab, durch die medizinische Versorgungsatlas-Studie einen Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten für seltene Krankheiten in Deutschland zu bieten.

Die Calogero-Pagliarello-Stiftung, die in diesem Jahr erneut herausragende Arbeiten auszeichnete, steht in einem größeren Kontext, der die Herausforderungen und Fortschritte in der Forschung zu seltenen Erkrankungen beleuchtet. Die Stiftung fördert nicht nur die Wissenschaft, sondern gibt auch den Betroffenen eine Stimme, indem sie die Erkennung und Behandlung dieser oft übersehenen Krankheiten unterstützt.