Professor Emil Ruff: Revolutionäre Forschung zur Mikrobenvielfalt in Bremen!
Emil Ruff wird im Sommersemester 2026 eine Professur für Molekulare Mikrobiologie an der Universität Bremen antreten. Der Wissenschaftler hat sich einen Namen gemacht durch seine Forschungen in außergewöhnlichen Lebensräumen und dem Verständnis der Rolle von Mikroorganismen in extremen Umgebungen. Sein Fokus liegt auf den Wechselwirkungen zwischen mikrobiellen Gemeinschaften und den biogeochemischen Kreisläufen der Erde.
Ruff widmet sich insbesondere dem Kohlenstoff- und Sauerstoffkreislauf, der durch Mikroben und deren Stoffwechselaktivität beeinflusst wird. Er hat in den letzten Jahren Lebensräume wie Methanquellen, hydrothermale Sedimente der Tiefsee und uralte Grundwassersysteme in Kanada untersucht. Aktuell erforscht er auch Wasseradern in Goldminen Südafrikas. Ziel seiner Forschung ist es, die Interaktionen zwischen mikrobiellen Gemeinschaften und ihrer Umgebung besser zu verstehen.
Neue Erkenntnisse über „Dark Oxygen“
Eine Schlüsselentdeckung Ruffs war im Jahr 2023 die Identifizierung von Mikroorganismen, die Sauerstoff ohne Licht produzieren – ein Phänomen, das als „Dark Oxygen“ bezeichnet wird. Diese Erkenntnisse erweitern das wissenschaftliche Verständnis der tiefen Biosphäre und der Evolution komplexen Lebens. An der Universität Bremen plant Ruff, seine Forschung auf Küstenzonen auszurichten, um dort insbesondere Stoffflüsse und ökologische Wechselwirkungen zu untersuchen.
Ein weiterer zentraler Aspekt seines Vorhabens ist die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen marin- und terrestrisch ausgerichteten Forschungsgruppen. In dieser Hinsicht wird Ruff mit dem MARUM, dem Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, kooperieren, um Bremen zu einem internationalen Standort für die Forschung zur dunklen Sauerstoffproduktion zu etablieren.
Akademische Laufbahn und Forschungsförderung
Aufgewachsen in Süddeutschland, erhielt Ruff seine Promotion am Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen. Seine wissenschaftliche Karriere führte ihn 2018 an das Marine Biological Laboratory in Woods Hole, Massachusetts, wo er eine eigene Arbeitsgruppe leitet. Für seine Forschungen wird er von verschiedenen Institutionen unterstützt, darunter die NASA, das Human Frontier Science Program und die Simons Foundation. Im Jahr 2024 wurde er zudem als Kavli Fellow der National Academy of Sciences der USA ausgezeichnet.
Die Forschung von Emil Ruff hat nicht nur Einfluss auf die Mikrobiologie, sondern auch auf biogeochemische Prozesse. Laut der Abteilung Biogeochemische Prozesse des Max-Planck-Instituts Jena wird der Austausch von Energie, Wasser und chemischen Verbindungen zwischen Ökosystemen und ihrer Umgebung intensiv untersucht. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Rückkopplungen zwischen dem Kohlenstoffkreislauf an Land und dem Klima, insbesondere auf der Rolle des Bodens als Kohlenstoffquelle oder -senke für die kommenden Jahrzehnte.
Ruffs Arbeiten sind somit nicht nur ein Gewinn für die Universität Bremen, sondern auch für die wissenschaftliche Gemeinschaft insgesamt, indem sie das Verständnis für wichtige ökologische Prozesse erweitern und neue Perspektiven für die Forschung eröffnen.
