Heute berichten wir über ein zentrales Thema, das viele Frauen während und nach der Schwangerschaft betrifft. Zahlreiche Frauen empfinden während dieser Zeit psychische Belastungen, die oft über das hinausgehen, was sie erwartet haben. Die Universität Witten/Herdecke hebt hervor, dass etwa jede siebte Frau an psychischen Krankheitsbildern leidet, insbesondere an Depressionen, Angststörungen und Zwangsgedanken. Diese Zustände können dazu führen, dass viele Frauen aus Scham oder Schuldgefühlen keine Hilfe suchen. Die Universität Witten/Herdecke informiert über eine Gruppentherapie, die im Zentrum für Psychische Gesundheit und Psychotherapie (ZPP) angeboten wird und darauf abzielt, betroffenen Frauen Unterstützung zu bieten.

Sophie Holtmann, eine Psychologische Psychotherapeutin am ZPP, betont, dass viele Frauen in ihrer Not glauben, sie seien allein mit ihren Gedanken und Gefühlen. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann eine erhebliche Erleichterung bringen und zur Verringerung von Isolation beitragen. In der speziellen Gruppentherapie erhalten Teilnehmerinnen nicht nur Informationen über psychische Belastungen, sondern sie erarbeiten auch Strategien zum Umgang mit ihren Beschwerden.

Psychische Störungen in der Peripartalzeit

Die Peripartalzeit, die Schwangerschaft und das erste Jahr nach der Geburt umfasst, stellt eine kritische Phase dar, in der das Risiko für psychische Erkrankungen erhöht ist. Etwa 15 % der Frauen erkranken an Depressionen, während 12 % unter Angststörungen leiden. Diese statistischen Werte spiegeln sich in den vermehrten psychischen und psychosomatischen Störungen wider, die in dieser Zeit auftreten können. Unbehandelte peripartale psychische Störungen (PPS) haben nicht nur negative Auswirkungen auf den Schwangerschafts- und Geburtsverlauf, sondern können auch den Bindungsaufbau zwischen Mutter und Kind erheblich beeinträchtigen.

Zusätzlich beleuchtet Innovationsfonds, dass solche Störungen auch ernsthafte Konsequenzen für die gesamte Familie mit sich bringen können. Oft wird im klinischen Alltag auf die Symptome fokussiert, während andere Aspekte einer ganzheitlichen Behandlung zu kurz kommen. In vielen Fällen wird die medikamentöse Therapie alternativlos in den Vordergrund gerückt. Daher ist es unerlässlich, neue und spezifische Empfehlungen zu entwickeln, die Frauen und Familien mit PPS unterstützen.

Entwicklung neuer Standards

Ein Forschungskonsortium hat sich der Aufgabe angenommen, eine neue S3-Leitlinie zu erarbeiten, die Standards zur Diagnostik und Behandlung von psychischen Störungen bei Frauen und Familien in dieser sensiblen Zeit festlegt. Diese Leitlinie wird sich an der Struktur und Planung des AWMF-Regelwerks orientieren. Das Ziel ist es, Fachkräfte aus Medizin, psychosozialen Bereichen und Jugendhilfe zu schulen, damit sie PPS frühzeitig erkennen und vernetzt behandeln können. Die Recherche und Bewertung von wissenschaftlich fundierten Diagnostik- und Therapieverfahren ist ein zentraler Bestandteil des Projekts, das über 36 Monate mit ca. 323.000 Euro gefördert wird.

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In der Gruppentherapie des ZPP haben maximal zehn Teilnehmerinnen die Möglichkeit, sich unter Anleitung qualifizierter Psychotherapeuten auszutauschen. Diese Gruppenform hat sich als besonders wirksam erwiesen, da sie bei vielen psychischen Erkrankungen teilweise effektiver ist als Einzeltherapien. Zudem werden die Kosten bei entsprechender Indikation von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Auf der Website des ZPP sind weitere Informationen sowie Anmeldemöglichkeiten zu finden.