Am 7. Mai 2026 widmet sich die Universität Heidelberg in ihrer Ruperto Carola Ringvorlesung dem Thema der wehrhaften Demokratie und untersucht, wie rechtspopulistische Parteien in Europa das gesellschaftliche und politische Klima beeinflussen. Der Juniorprofessor für Empirisch-Analytische Partizipationsforschung, Prof. Endre Borbáth, wird dabei spezifische Beispiele aus Ungarn und Deutschland präsentieren.

Im Rahmen seines Vortrages wird Prof. Borbáth die gesellschaftlichen Konflikte ansprechen, die den Aufstieg solcher Parteien begünstigt haben. Ein Schwerpunkt liegt auf neuen Anspracheformen, besonders im digitalen Raum, um Anhänger zu mobilisieren. Diese Themen sind Teil eines breiteren Konzepts der Universität, relevante Forschungsfragen aus verschiedenen disziplinären Perspektiven an die Öffentlichkeit zu bringen und die Herausforderungen für Demokratien zu beleuchten.

Gesellschaftliche Konflikte und Mobilisierung

Rechtspopulistische Akteur:innen konzentrieren sich auf gesellschaftlich umkämpfte Themen wie Migration, Anti-Genderismus und Klimapolitik. Diese Parteien stellen einen klaren Gegensatz zwischen einem als korrupt wahrgenommenen politischen Establishment und einem idealisierten Volk her. Der Anti-Elitismus ist ein zentrales ideologisches Element, das durch eine exkludierende Definition von Nativismus ergänzt wird – ein Merkmal, das die Grenzen zwischen Einheimischen und Migrant:innen strikt zieht.

Besonders in Westeuropa, wo die negative Wahrnehmung von Einwanderung entscheidend für das Wahlverhalten zugunsten dieser Parteien ist, bleibt Migration ein zentrales Thema. Dieses Bild hat sich seit den 2010er Jahren auf außereuropäische Einwanderung verschoben. Zudem versuchen rechtspopulistische Parteien, sich an die gesellschaftliche Mitte anzuschließen, indem sie patriarchale und anti-feministische Narrative bedienen, um Ängste zu schüren und neue Wähler:innengruppen zu erreichen, wie bpb.de berichtet.

Einfluss und Strategien der Rechtspopulisten

Die jüngsten Erfolge dieser Parteien in Europa zeigen sich in ihrer zunehmenden Regierungsbeteiligung. Ein umfassendes Buch über den Rechtspopulismus in Europa bietet einen Überblick über die verschiedenen Akteure und deren Strategien von Finnland bis Italien. Es analysiert die Motive der Wählerschaft und die Dynamik des Rechtspopulismus und zeigt, wie demokratische Kräfte diesem Phänomen begegnen können, wie dietz-verlag.de erläutert.

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Im Rahmen der Ruperto Carola Ringvorlesung wird nach weiteren acht Vorträgen und deren Themen, wie verfassungsrechtlichen Grundlagen der wehrhaften Demokratie, historischen Parallelen zur Krisenstimmung und den Auswirkungen von Verschwörungstheorien, der Diskurs über die Bedingungen, unter denen populistische Parteien eine Bedrohung für die Demokratie darstellen, weitergeführt. Diese spannende Reihe verspricht einen tiefen Einblick in die Herausforderungen, vor denen die Demokratie gegenwärtig steht. Die Veranstaltungen finden montags in der Aula der Alten Universität statt, beginnen jeweils um 18.15 Uhr, und die Aufzeichnungen sind später auf heiONLINE abrufbar.